Gewaltpräventionsprojekt „StoP“ erhält Finanzierung bis 2028 bestätigt

September 24, 2026 16:24
Gewaltpräventionsprojekt "StoP" erhält Finanzierung bis 2028 bestätigt

Wiener Projekt zur Gewaltprävention erhält langfristige Förderung

Das Projekt „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“, welches 2019 in einem Wiener Bezirk gestartet wurde, erhält bis 2028 eine Förderung in Höhe von 2,7 Millionen Euro vom Sozialministerium sowie 300.000 Euro vom Frauenministerium. Die Bekanntgabe erfolgte am Donnerstag in Wien durch die Ressortchefinnen Korinna Schumann und Eva-Maria Holzleitner (beide SPÖ).

Schumann bezeichnete das Projekt als Leuchtturminitiative und verwies auf die alarmierenden Zahlen zu Femiziden: Bereits 18 Femizide wurden in diesem Jahr verzeichnet. In Österreich erlebt jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexuelle Gewalt, häufig durch Männer aus ihrem familiären oder sozialen Umfeld. Das „StoP“-Projekt zielt darauf ab, Gewalt frühzeitig im Lebensumfeld und in der Nachbarschaft zu erkennen und zu bekämpfen.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Wissensvermittlung zur Gewaltprävention und die Förderung von Zivilcourage. Ministerin Schumann erklärte, dass nur informierte Bürger handeln können, wenn sie Gewalt wahrnehmen. Ziel ist es, ein breites Bewusstsein zu schaffen und Menschen zu ermutigen, aktiv zu werden.

Holzleitner unterstrich die Bedeutung von Nachbarschaftstischen und lokalen Kooperationen und betonte, dass die Hilfe für Opfer von Gewalt jederzeit verfügbar sein muss. Elisabeth Cinatl, Vorstandsvorsitzende der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser, wies auf die Notwendigkeit weiterer Unterstützung hin, da viele Frauen, die Opfer wurden, häufig keinen Kontakt zu bestehenden Hilfsangeboten hatten.

Eine Evaluation des Instituts für Konfliktforschung zeigt die überwiegende Zielgruppe von Frauen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren sowie jüngere Teilnehmer. Die Maßnahme ist in Bezug auf Gewaltsensibilisierung und Zivilcourage als sehr wirksam eingestuft worden. Eine Erweiterung des Programms, insbesondere in ländlichen Regionen, sowie eine stärkere Männerarbeit werden empfohlen.

Einordnung

Die langfristige Finanzierung des „StoP“-Projekts ermöglicht eine kontinuierliche und umfassende Gewaltpräventionsarbeit in Österreich. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund steigender Femizide und der weit verbreiteten Gewalt gegen Frauen von großer Bedeutung. Das Projekt hat das Potenzial, das Bewusstsein für Gewalt in der Gesellschaft zu schärfen und nachhaltige Veränderungen zu bewirken.

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