Israels Kulturminister plant Entzug der Staatsbürgerschaft für Filmemacher
Der israelische Kulturminister Miki Zohar hat angekündigt, den beiden Regisseuren der Gaza-Dokumentation „Naza“ die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Zohar beschuldigte Rachel Szor und Yuval Abraham am Sonntag auf dem Onlinedienst X, „Verrat am Staat“ Israel zu begehen.
„Ihre Bereitschaft, ihrem Heimatland zu schaden, um Zustimmung von Antisemiten zu erhalten, ist inakzeptabel“, erklärte Zohar. Er will unverzüglich Maßnahmen einleiten, um den beiden Filmemachern die israelische Staatsbürgerschaft zu entziehen.
Die Dokumentation „Naza“ wurde am Samstag beim Filmfestival von Venedig mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. Diese Analyse thematisiert, wie israelische Militärvertreter anonym über die Tötung palästinensischer Zivilisten im Gazastreifen berichten. Die israelische Armee wies die in dem Film geäußerten Vorwürfe mit Verweis auf nicht verifiziert identifizierbare Whistleblower zurück.
Israels Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir kritisierte die Filmemacher ebenfalls: „Ihr seid eine Schande für das israelische Volk. Verschwindet!“, äußerte er auf X. Der Entzug der Staatsbürgerschaft ist in Israel rechtlich möglich, wird jedoch selten praktiziert. Ein entsprechender Antrag muss vom Innenminister eingereicht und vom Justizminister genehmigt werden.
Einordnung
Der mögliche Entzug der Staatsangehörigkeit für Szor und Abraham könnte weitreichende Folgen für die israelische Filmindustrie und die Meinungsfreiheit haben. Die Reaktionen auf diesen Schritt könnten die bestehenden Spannungen innerhalb der israelischen Gesellschaft weiter verstärken und das öffentliche Leben beeinflussen.


