Regierung sichert Pflegegeld-Erhöhung in Österreich für 2027 zu

Mai 12, 2026 10:04
Regierung sichert Pflegegeld-Erhöhung in Österreich für 2027 zu

Pflegegeld-Erhöhung für 2027 in Österreich gesichert

Die gesetzlich vorgesehene jährliche Anpassung des Pflegegeldes ist auch für das Jahr 2027 gesichert. Das gab Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) anlässlich des Tags der Pflegenden am Dienstag bekannt.

Schumann erklärte, für die Erhöhung des Pflegegeldes 2027 stehe eine Gesamtsumme von rund 120 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Mittel seien bereits im Doppelbudget verankert und entsprächen dem vollen Inflationsausgleich zum Zeitpunkt der Budgeterstellung. Ende März 2026 hatten rund 506.000 Personen Anspruch auf Pflegegeld.

Zum Tag der Pflege am 12. Mai 2026 lud die Ministerin Pflegekräfte ins Sozialministerium ein. Dort sprach sie nach Angaben ihres Büros über aktuelle Herausforderungen und notwendige Verbesserungen im Pflegesystem. Pflegekräfte leisteten täglich hohe Arbeitsumfänge, häufig unter starker Belastung und mit großem persönlichen Einsatz, sagte Schumann.

Die Ministerin betonte, ihr sei es wichtig, den Einsatz der Pflegekräfte nicht nur zu würdigen, sondern auch politische Rahmenbedingungen zu verbessern, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Pflege gehe über die medizinische Versorgung hinaus und verschaffe den Betroffenen Würde, Sicherheit und Menschlichkeit in schwierigen Lebensphasen.

Die Zahl der Pflegegeldbezieher stieg im März 2026 im Jahresvergleich um 1,6 Prozent auf 505.999 Anspruchsberechtigte. Im März 2025 waren es 498.053 Personen gewesen. Gegenüber Februar 2026 mit 504.752 Beziehern ergab sich ein leichtes Plus, womit die Zahl weiter über der Marke von einer halben Million lag.

Die Grenze von 500.000 Anspruchsberechtigten war im Mai des Vorjahres mit 500.554 Betroffenen erstmals überschritten worden. Zur Jahresmitte 2025 (Juni) stieg die Zahl auf 501.205 und lag seither dauerhaft über dieser Schwelle.

Seit 2020 wird das Pflegegeld jährlich um den sogenannten Anpassungsfaktor erhöht. Für 2026 ergab sich damit eine Steigerung um 2,7 Prozent, analog zur Pensionserhöhung. Seit 1. Jänner 2026 erhalten Bezieher der Stufe eins monatlich 206,20 Euro (zuvor 200,80 Euro), in Stufe zwei 380,30 Euro (zuvor 370,30 Euro) und in Stufe drei 592,60 Euro (zuvor 577 Euro). In Stufe vier werden 888,50 Euro (zuvor 865,10 Euro), in Stufe fünf 1.206,90 Euro (zuvor 1.175,20 Euro), in Stufe sechs 1.685,40 Euro (zuvor 1.641,10 Euro) und in Stufe sieben 2.214,80 Euro (zuvor 2.156,60 Euro) ausbezahlt.

Einordnung

Mit der im Doppelbudget verankerten Summe von rund 120 Millionen Euro bleibt der inflationsangepasste Wert des Pflegegeldes im Jahr 2027 erhalten. Für mehr als eine halbe Million Anspruchsberechtigte bedeutet dies, dass die realen Leistungen im Pflegebereich nicht durch Preissteigerungen aufgezehrt werden. Die festgeschriebene Anpassung stabilisiert damit die finanzielle Grundlage der Betroffenen und der sie unterstützenden Pflegekräfte.

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