Russland verdoppelt militärische Ausbildung an Schulen und schafft Mobilisierungsreserve

Juli 2, 2026 16:04
Russland verdoppelt militärische Ausbildung an Schulen und schafft Mobilisierungsreserve
Russland verdoppelt militärische Ausbildung an Schulen und schafft Mobilisierungsreserve

Russland baut die militärische Grundausbildung im Schulsystem massiv aus und bereitet die Jugend damit gezielt auf künftige Konflikte vor. Bildungsminister Sergej Krawzow kündigte an, dass der Anteil der militärischen Ausbildung im Pflichtfach „Grundlagen der nationalen Sicherheit und Verteidigung“ ab September 2027 von 20 auf 50 Prozent steigen wird. Das geht aus einem Bericht des US-Magazins Business Insider hervor. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Militarisierung der Gesellschaft und der Vorbereitung auf einen langwierigen militärischen Konflikt mit dem Westen.

Der gesamte Kurs umfasst 34 Unterrichtsstunden pro Jahr. Künftig werden mindestens 17 Stunden davon für die Basisausbildung verwendet. Die neuen Regelungen sehen vor, dass die Schüler künftig auch Unterricht in der Bedienung von Drohnen und Feldübungen erhalten. Hinzu kommen Themen wie Erste Hilfe, Waffenkunde und der Umgang mit Handgranaten. Der Unterricht erinnert an die sowjetische Anfangsausbildung, die in der UdSSR für ältere Schüler verpflichtend war.

Militarisierung des Bildungssystems

Der russische Staat stellt die Schulbildung zunehmend in den Dienst der Kriegsvorbereitung. Neben der Ausweitung des militärischen Unterrichts werden an den Hochschulen Studenten unter Druck gesetzt, Verträge mit dem Verteidigungsministerium zu unterzeichnen. Die Leitung der Universitäten wurde angewiesen, mindestens zwei Prozent der Studierenden für das Militär zu gewinnen. Im Erfolgsfall würde dies der Armee rund 44.000 zusätzliche Soldaten bringen. Werden die Colleges einbezogen, könnten es bis zu 76.000 Rekruten sein.

Rekrutierungsdruck an Hochschulen

Die Anwerbung von Studenten zeigt, dass der Kreml Schwierigkeiten hat, seine Truppen für den Angriffskrieg gegen die Ukraine aufzufüllen. Die Behörden üben von Sankt Petersburg bis Sibirien Druck auf junge Männer aus, ihr Studium abzubrechen und einen Vertrag mit der Armee zu unterschreiben. Die neue Schulpolitik zielt darauf ab, eine ganze Generation von Jugendlichen zu formen, die von Kindesbeinen an auf Kampfeinsätze und Krieg als Normalzustand vorbereitet wird.

Die europäischen Staaten müssen sich darauf einstellen, dass Russland auf Jahrzehnte hinaus eine Gesellschaft heranzieht, die auf Feindschaft gegenüber demokratischen Ländern und auf gewaltsame Konfliktführung ausgerichtet ist. Die massive Aufstockung des Militärbudgets und die ideologische Durchdringung des Bildungswesens lassen keinen Zweifel daran, dass der Kreml die Schule als Werkzeug zur Schaffung eines unerschöpflichen Mobilisierungsreservoirs betrachtet.

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