Lisa Totzauer bewirbt sich um den ORF-Generaldirektorenposten
Lisa Totzauer hat sich am Dienstag offiziell als erste Kandidatin um die Position der ORF-Generaldirektorin beworben. Bei einer Pressekonferenz am Mittwochvormittag äußerte sie ihre Motivation und warb für grundlegende Reformen im öffentlich-rechtlichen Medienhaus.
Totzauer bezeichnete den ORF als „in einer fundamentalen Krise“ und betonte die Notwendigkeit von Reformen. „Wir können es nicht mehr aufschieben. Ich bin bereit, diese Verantwortung zu übernehmen“, erklärte die aktuelle ORF-TV-Magazinchefin. Sie kritisierte das vergangene Bild des Unternehmens und verweist auf die Schlagzeilen, die in den letzten Wochen durch die Causa Weißmann geprägt wurden.
Die gebürtige Wienerin betont, dass der ORF als wichtige Institution für die Demokratie fungiert und nicht den Plattformen von Technologiekonzernen überlassen werden darf. „Der ORF muss nicht viral, sondern unverzichtbar sein“, sagte Totzauer und kündigte an, im Rahmen eines 80-seitigen Reformkonzepts konkrete Verbesserungen vorzuschlagen. Details will sie erst nach Ablauf der Bewerbungsfrist am 28. Mai bekannt geben.
In ihren bisherigen Gesprächen mit ORF-Mitarbeitern habe sie einen großen Wunsch nach Veränderung festgestellt. Totzauer unterstreicht, dass sie den ORF nicht als ein Unternehmen, sondern als eine demokratische Institution retten möchte. Auf die Ansicht des ÖVP-Generalsekretärs Nico Marchetti, der einen externen Kandidaten favorisiert, reagierte sie skeptisch und hob hervor, dass tiefes Verständnis für den ORF notwendig sei.
Bereits vor fünf Jahren bemühte sich Totzauer um die Chefsessel und erhielt damals fünf von 35 Stimmen im ORF-Stiftungsrat. Sie sieht die aktuellen Herausforderungen nach wie vor als drängend und hat keinen Plan B für die Wahl am 11. Juni.
Einordnung
Die Bewerbung von Lisa Totzauer um den ORF-Generaldirektorenposten unterstreicht den Reformbedarf des Unternehmens in einer kritischen Phase. Ihre Ansichten spiegeln den inneren Wunsch vieler Mitarbeiter nach Veränderungen wider und betonen die essentielle Rolle des ORF in der österreichischen Medienlandschaft.


