Untreue-Prozess gegen ehemaligen Linzer Bürgermeister Klaus Luger
Der Untreue-Prozess gegen Klaus Luger, den zurückgetretenen Bürgermeister von Linz, wird am Freitag fortgesetzt. Luger wird vorgeworfen, im Rahmen der Brucknerhausaffäre ein juristisches Gutachten im Wert von etwa 19.000 Euro in Auftrag gegeben zu haben, das aus Sicht der Staatsanwaltschaft insbesondere in seinem eigenen Interesse war.
Der Prozess war am 3. Juli vertagt worden, da das Gericht zwei Gutachter laden wollte. Diese erscheinen jedoch nicht als Zeugen; stattdessen werden ihre Stellungnahmen verlesen. Luger hatte im Auswahlverfahren für die künstlerische Geschäftsführung der Linzer Veranstaltungsgesellschaft LIVA im Jahr 2017 einem bevorzugten Bewerber, Dietmar Kerschbaum, vorab die Fragen der Hearingkommission zugespielt.
Nachdem ein Whistleblower die Situation öffentlich machte, ließ Luger ein Rechtsgutachten in Auftrag geben, obwohl ihm bewusst war, dass er die undichte Stelle war. Zu Beginn des Prozesses gab Luger einen „großen Fehler“ zu, bekannte sich jedoch nicht schuldig. Ein Urteil wird am Freitag erwartet.
Einordnung
Der Ausgang dieses Verfahrens könnte erhebliche Auswirkungen auf die politische Landschaft in Linz haben. Ein Schuldspruch würde nicht nur Lugers politischen Ruf schädigen, sondern auch das Vertrauen in öffentliche Institutionen beeinträchtigen.


