Botanischer Garten Graz erhält Auszeichnung für Artenvielfalt mit fast 2.000 Wildarten

August 28, 2025 11:32
Botanischer Garten Graz erhält Auszeichnung für Artenvielfalt mit fast 2.000 Wildarten

Der Botanische Garten der Universität Graz wurde im Rahmen eines Wettbewerbs der „Bioblitz“ des Verbands Botanischer Gärten VBG für seinen Artenreichtum ausgezeichnet und führt damit unter 36 Botanischen Gärten im deutschsprachigen Raum. Darüber berichtet Welt Stimme.

GRAZ. Der Botanische Garten der Universität Graz ist für seinen umfangreichen Artenreichtum von Tieren und Pflanzen bekannt. Mit insgesamt 1929 Wildarten, die im vergangenen Juni entdeckt wurden, hat sich die Einrichtung im Wettbewerb gegen 35 andere Gärten behaupten können.

Fast 2.000 Wildarten

Der Garten erstreckt sich über 2,8 Hektar. Besonders bemerkenswert sind die 586 nachgewiesenen Arten und 1495 Beobachtungen, die auf das Konto von Gernot Kunz vom Institut für Biologie der Uni Graz gehen. Kunz hat auch die „spektakulärste Beobachtung“ gemacht, wobei seine Fotos eines Pseudoskorpions und einer Röhrenlaus die ersten beiden Plätze in dieser Kategorie belegten.

Eine der bemerkenswertesten Entdeckungen ist die Röhrenlaus-Art Takecallis nigroantennata, die erstmals in Österreich auf Bambus nachgewiesen wurde. Gegenwärtig wird sie am Institut für Biologie genetisch im Rahmen des Projekts Austrian Barcoding of Life analysiert. Der nur wenige Millimeter große und flugunfähige Pseudoskorpion nutzte die Schmuckfliege Physiphora alceae als Transportmittel. Das Gartengebiet, das einst zu den Murauen gehörte, wird durch das Gartenwildkraut Myosotis sparsiflora dokumentiert, das in Österreich als regional gefährdet eingestuft ist.

Lebensraum für viele Arten

Der Bestand des Botanischen Gartens umfasst rund 7.000 kultivierte Pflanzenarten. Ulrike Grube vom Institut für Biologie erklärt: „Die große Vielfalt an Blütenformen und das Schaffen von kleinstrukturierten Lebensräumen, wie das Liegenlassen von Totholz, ziehen zahlreiche Kleinlebewesen an, die hier ihre Nischen finden. Je vielfältiger das Blütenangebot, umso reichhaltiger die Vielfalt an spezifisch angepassten Bestäuberinsekten.“

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