Unter dem Motto „Früher war alles besser“ widmet sich MeinBezirk verschiedenen Themen, sammelt Fakten und holt Meinungen ein, um Veränderungen im Laufe der Zeit zu beleuchten. Auch der Bewegungsdrang des Menschen hat sich stark gewandelt: Immer mehr Menschen gehen ins Fitnessstudio und versuchen, auch im hohen Alter fit zu bleiben. Der ehemalige Bodybuilder Walter Stückler erzählt von seinen Anfängen im Sport. Darüber berichtet Welt Stimme.
VOITSBERG. Der ehemalige Bodybuilder Walter Stückler betont: „Ohne Muskeln geht nichts“. Dies wird durch aktuelle Studien aus Österreich untermauert. Die „Healthy for Life“-Studie der MedUni Wien zeigt, dass gezieltes Krafttraining auch im hohen Alter entscheidend für die Erhaltung von Muskelkraft, Mobilität und Lebensqualität ist. Regelmäßiges Training fördert nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch die Selbstständigkeit im Alltag – ein klarer Beweis dafür, dass Bewegung die beste Investition in ein gesundes Altern darstellt.
Positive Veränderungen
Der Bewegungsdrang und die Sportkultur haben sich grundlegend gewandelt. Immer mehr Jugendliche beginnen bereits mit 16 Jahren, ihren Körper muskulös zu formen oder ihre Ausdauer zu verbessern. „Es geht in eine sehr gute Richtung“, so Stückler. Während früher der persönliche Austausch mit anderen Sportlern im Vordergrund stand, spielen heute soziale Medien eine große Rolle. Videos mit Tipps und Tricks unterstützen die Trainingsgestaltung – die Methoden haben sich erheblich verändert. Aktuelle Geräte ermöglichen eine präzisere Kontrolle, regelmäßige Checks sind möglich, was insbesondere für die Generation 50 Plus von Bedeutung ist. Wettkampfsportler zeigen extreme Leistungen, und gesunde Konkurrenz ist förderlich. In Gruppen motiviert man sich gegenseitig, und die Vielzahl an Angeboten ist heute enorm: von Fitnessstudios über Vereinsport bis hin zu Outdoor-Aktivitäten. Individuelle Vorlieben können heute mit gutem Gewissen ausgelebt werden. Die Unterstützung durch Sportärzte und professionelle Beratung stehen ebenfalls zur Verfügung. Dabei ist es wichtig, sich die Frage zu stellen: „Warum möchte ich Sport machen?“.
Eine beeindruckende Geschichte
Walter Stückler eröffnete 1982 sein erstes Fitnessstudio in Köflach. Die von ihm selbst entworfenen Geräte entstanden nach einem schweren Motorradunfall, als er seine Muskeln wieder aufbauen wollte. Diese Begeisterung für den Sport führte zur Gründung eines eigenen Studios im Bezirk. Damals gehörten die Sportler noch zu einer kleinen Randgruppe, während „ältere Menschen“ bereits mit 40 Jahren betrachtet wurden. Die verfügbaren Geräte waren oft mangelhaft, aber der Wille der Trainierenden zählte. Die Infrastruktur war minimal und die wenigen Trainingsstätten waren kleine Räume, in denen Gleichgesinnte zusammentrafen. Ein sportlicher Höhepunkt in Stücklers Karriere war 1994 der Gewinn der Europameisterschaft in Russland. „Man weiß dann, welches Potenzial man hat“, sagt er. Die Veranstaltung fand in einer riesigen Eishalle statt und die Begeisterung des Publikums war überwältigend, was ihm die nötige Bestätigung für seinen Erfolg gab. „Ich bin zufrieden mit dem, was ich erreicht habe“, schließt Stückler. Er betont, dass man aus Niederlagen lernt und das Streben nach Extremen vermeiden sollte: „Wenn man zu viel macht, spürt man das im Alter. Mein Tipp an alle Sportlerinnen und Sportler lautet daher: Macht nicht zu viel – denn irgendwann holt es euch ein.“


