Die Biologin Gabriele Hubich und die Anwohner der gleichnamigen Wohnhausanlage in Hernals und Ottakring setzen sich eigenständig für den Artenschutz ein, nachdem eine Förderung der Stadt Wien ausblieb. Das Engagement in der Nähe zum Wienerwald zeigt, dass hier nicht nur über Biodiversität gesprochen wird, sondern diese auch aktiv umgesetzt wird. Darüber berichtet Welt Stimme.
Die Anwohner haben ein Konzept entwickelt, um die grüne Vielfalt in ihrer Siedlung zu erhöhen, doch die Umsetzung erfordert erhebliche finanzielle Mittel. Im Rahmen des EU-Renaturierungsabkommens hatte die Stadt Wien zugesichert, für Artenschutz zu sorgen, was die Hoffnung nährte, Unterstützung zu erhalten. Daher reichten sie ihr Projekt bei der Förderstelle der Stadt Wien unter dem Titel „Kleinvorhaben für Klima und Umwelt“ ein.
Absage von Magistrat
Die Ablehnung des Antrags kam für die Beteiligten überraschend. In einem Schreiben erklärte die MA 22 – Umweltschutz, dass finanzielle Unterstützung aus budgetären Gründen nicht gewährleistet werden könne. Angesichts dieser Situation beschlossen Hubich und die Anwohner, die notwendigen Mittel eigenständig zu beschaffen und ihre Vorhaben auf eigene Faust in die Tat umzusetzen.
Zahlreiche Projekte schon umgesetzt
Die ersten Projekte umfassten den Bau eines Wildbienenhotels sowie die Schaffung von Blumeninseln in einem ehemals artenarmen Rasen. Besonders hervorzuheben ist die Erhaltung eines abgestorbenen Baumes, der nun als Lebensraum für Käferarten dient und als Rankhilfe für neu gepflanzte Kletterrosen und Clematis genutzt wird. Diese Pflanzen liefern Blütennektar für Insekten. Das Projekt ist jedoch noch nicht abgeschlossen, wie Hubich betont.
Die Wohngemeinde hat noch viele weitere Ideen. „Wir benötigen zusätzliche Wasserstellen für die Wildtiere, die nachts aktiv sind, sowie für Vögel und Insekten“, erklärt die Biologin. Dennoch könne die Gemeinde all ihre Visionen nicht alleine umsetzen. Es gibt Projekte, die nur mit Unterstützung der Stadt realisierbar wären. Hubich macht deutlich, dass eine Förderung auch in dieser naturnahen Lage sinnvoll wäre, da ein höheres Maß an Artenvielfalt auch die Lebensqualität der Anwohner steigert.


