Im Gespräch mit Susanne Gurschler: neue Einblicke in „111 Orte in Innsbruck, die man gesehen haben muss“

August 28, 2025 04:32
Im Gespräch mit Susanne Gurschler: neue Einblicke in „111 Orte in Innsbruck, die man gesehen haben muss“

Die Neuauflage von „111 Orte in Innsbruck, die man gesehen haben muss“ bietet mehr als nur einfache touristische Anleitungen. Darüber berichtet Welt Stimme.

INNSBRUCK. Die Autorin Susanne Gurschler präsentiert in ihrem Buch eine Entdeckungsreise durch Innsbruck, die über die bekannten Sehenswürdigkeiten hinausgeht. Von der neu gestalteten Altstadtpflasterung über eine Minikunstgalerie in einem Fenster bis hin zu Eisorgeln in der Natur – es sind oft unscheinbare Orte, die Gurschler in ein neues Licht rückt.

Die erste Auflage des Buches erschien 2018 und seitdem haben sich viele Veränderungen in der Stadt vollzogen. Einige Orte sind nicht mehr vorhanden, andere haben sich stark gewandelt. Aus diesem Grund erschien es notwendig, eine aktualisierte Version herauszubringen, erläutert Gurschler. Die Neuauflage wird im November erhältlich sein und umfasst etwa 25 neue Orte.

Vielfalt jenseits des Goldenen Dachls

Für Gurschler ist klar: Innsbruck hat mehr zu bieten als nur das Goldene Dachl. Die kleinen Ideen, Orte und Projekte tragen zur Identität der Stadt bei. Sie betont die Bedeutung des Alltäglichen und sagt: „Dass etwas funktioniert, merkt man meist gar nicht, da man sich nicht darüber aufregen muss.“ In Innsbruck gebe es viele Aspekte, die erfreulich und unproblematisch sind.

Auf die Frage nach ihrem Lieblingsort im Buch antwortet Gurschler, dass sie sich nicht festlegen kann. „Ich habe lange über die Frage nachgedacht und kann sie dennoch nicht beantworten“, erklärt sie lachend. Jeder dieser Orte hat für sie eine besondere Bedeutung. In ihrer Überlegung zur Auswahl neuer Orte entstand ein „Dilemma“, da 25 neue hinzugefügt wurden, während ebenso viele weichen mussten. Ausgeschlossen wurden nur die Orte, die nicht mehr existieren oder sich erheblich verändert haben.

Besonders bedauerlich findet sie den Verlust des ehemaligen Gasthauses Lewisch in Saggen, das ehemalige Papierwerk in der Innstraße und die Handweberei von Regina-Textiles in Igls.

Einer der Orte, der Gurschler am Herzen liegt, ist das Denkmal für Wolfgang Tschernutter am Sonnendeck. Tschernutter war ein Obdachloser, der 1994 von zwei Jugendlichen ermordet wurde. Gurschler, die zu dieser Zeit Germanistik an der Universität Innsbruck studierte, begegnete Tschernutter oft und sein tragisches Schicksal prägte sie nachhaltig.

Ein Ausblick auf die neue Buchausgabe

Um im Buch vertreten zu sein, müssen die Orte Gurschlers Aufmerksamkeit erregen und ihre Neugier wecken. Oft geschieht dies während ihrer Spaziergänge durch die Stadt, die sie gemeinsam mit ihrem Hund Findus unternimmt. Jeder Stadtteil hat seine eigene Atmosphäre und bietet Raum für Gedanken, während sie sagt: „Der Kopf ist so schnell, wie das Gehen ist.“ Ihre Neugier für besondere Orte hat Gurschler von Natur aus, während der geschulte Blick für interessante Geschichten im Laufe der Zeit gewachsen ist.

Im Gespräch mit den Medien gibt Gurschler bereits einen kleinen Ausblick auf die neue Buchausgabe. Die Leser dürfen sich auf vielfältige Orte freuen, darunter die neue Altstadtpflasterung, eine Schaufenstergalerie in Pradl und das ehemalige Kraftwerk in Mühlau, das heute für künstlerische Interventionen genutzt wird. Auch das Journalismusfest findet Erwähnung im Buch, da Gurschler während des Fests eine Stadtführung anbot, zu der sie mit über 100 Interessierten gerechnet hat, nachdem sie ursprünglich nur 20 bis 30 Teilnehmer erwartet hatte.

Offenheit für das Teilen ihrer Entdeckungen

Sich um ihre liebsten Orte Gedanken zu machen, die sie lieber für sich behält, hat Gurschler keine. Diese Orte, die nicht „instagramtauglich“ sind, findet sie vor allem in der Natur – dem Raum, in dem sie Ruhe sucht. In der Stadt ist das für sie anders, denn sie sagt: „In einer Stadt herrscht immer Bewegung, da gibt es keine Ruhe.“

Über die Autorin

Susanne Gurschler ist sowohl Autorin als auch Journalistin. Die in Südtirol geborene Gurschler lebt seit ihrem Studium der Germanistik in Innsbruck und fühlt sich mittlerweile dort zu Hause. Während sie sich über die Neuauflage ihres Buches „111 Orte in Innsbruck, die man gesehen haben muss“ freut, hat sie bereits zahlreiche Ideen für zukünftige Projekte. Das Buch ist ab November im Handel erhältlich.

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