Junge Freiwillige engagieren sich bei der Umweltbaustelle „Vielfalt am Alpen-Ostrand“ in Pfaffstätten, die vom Österreichischen Alpenverein organisiert wird.
BEZIRK BADEN/NÖ. Pfaffstätten in Niederösterreich wurde 2024 vom Umweltbundesamt als Hotspot Nr. 1 der biologischen Vielfalt in Österreich ausgezeichnet. Insgesamt wurden 1.184 Schutzgüter im Gebiet registriert, wobei ein erheblicher Teil in den offenen Trockenrasenlandschaften lebt. Um diese wertvolle Naturlandschaft zu erhalten, packen auch in diesem Jahr engagierte junge Menschen tatkräftig an.
Einsatz für bedrohte Lebensräume
Die Umweltbaustelle „Vielfalt am Alpen-Ostrand“ findet vom 3. bis 9. August 2025 bereits zum achten Mal statt. 19 Freiwillige im Alter von 16 bis 30 Jahren arbeiten Hand in Hand mit drei Biologinnen und Biologen des Landschaftspflegevereins Thermenlinie-Wiener Becken, um die artenreichen Trockenrasen im Naturschutzgebiet Heferlberg-Glaslauterriegel-Fluxberg zu pflegen.
Lebensraum mit Geschichte
„Die offenen Flächen der Trockenrasen sind sehr alte Lebensräume. Ihre Existenz reicht so weit zurück, dass früher Mammuts auf den Flächen grasten. Durch den langen Zeitraum der Evolution haben sich diese Landschaften stark entwickelt und sind heute ein Biodiversitätshotspot seltener Arten“, erklärt Biologin Irene Drozdowski, Obfrau des Landschaftspflegevereins und Projektleiterin der Umweltbaustelle.
Im Naturschutzgebiet in Pfaffstätten leben rund 1.200 Schmetterlings- und etwa 180 Wildbienenarten. „Viele davon sind an die besondere Struktur der Landschaften angepasst und profitieren von den mageren, heißen und trockenen Standorten mit offenem Boden, die in den Hügeln Pfaffstättens vorkommen“, fügt Drozdowski hinzu.
Muskelkraft für die Natur
Mit Astscheren, Sägen und Krampen schaffen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Platz, indem sie die Flächen von Gebüsch befreien, und stoßen dabei auf seltene Arten wie die zartrosa blühende Kantabrische Winde, die flinke Smaragdeidechse oder die imposante Sägeschrecke, die alle auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen.
Ein Treffen mit Schäferin Christa Veits, deren Schafe eine wichtige Rolle in der naturnahen Pflege der Flächen spielen, ist ebenfalls geplant. Zukünftig sollen rund sieben Hektar Trockenrasen in der Region wiederhergestellt werden.
Die Gemeinde zeigt sich stolz auf das Engagement der jungen Helferinnen und Helfer. Bürgermeister Christoph Kainz (ÖVP) betont: „Die Pflege der Trockenrasen durch händische Arbeit ist seit vielen Jahren eine bedeutende Aktivität in unserer Gemeinde. Wir freuen uns jedes Jahr über das Engagement der jungen Menschen, die mit großer Begeisterung die Verbuschungen von den artenreichen, bunt blühenden Flächen entfernen. Wir sind zuversichtlich, dass die Umweltbaustellen des Alpenvereins auch in den kommenden Jahren einen wesentlichen Beitrag leisten werden.“


