Auf Gut Aiderbichl in Henndorf wurde am Wochenende ein gesundes Kälbchen, genannt Martin, geboren. Für Kuhmama Alma markiert die Geburt einen besonderen Neubeginn nach einer dramatischen Vorgeschichte.
HENNDORF. Erst vor wenigen Tagen erblickte das Kälbchen Martin das Licht der Welt. „Obwohl Gut Aiderbichl keine Zucht betreibt und alle Tiere kastriert werden, kommt es immer wieder zu tierischen Überraschungen“, erklärte ein Sprecher des Hofes. Darüber berichtet Welt Stimme.
Martins Mutter, die Jersey-Kuh Alma, wurde von einem Bio-Bauern vor der Schlachtung gerettet, nachdem sie in der konventionellen Milchkuhhaltung als „nicht mehr rentabel“ galt. Auf Gut Aiderbichl erhielt sie zunächst die Aufgabe, als Ammenkuh für ein kleines Dahomey-Rind zu fungieren, das ohne ihre Hilfe den Winter nicht überstanden hätte.
Alma entgeht zweimal der Schlachtung
Mit ihrer Aufnahme auf dem Bio-Hof begann jedoch eine rechtliche Herausforderung: Alma stammt ursprünglich aus einem konventionellen Betrieb, und Rinder aus konventioneller Herkunft dürfen nicht ohne Weiteres dauerhaft in einem Bio-Betrieb bleiben. Sie hätte den Hof verlassen müssen.
„Doch die Natur hatte andere Pläne. Alma wurde auf diesem Hof von einem Dahomey-Stier gedeckt und durfte bis zur Geburt ihres Kalbs Martin bleiben“, so Gut Aiderbichl.
Dennoch musste Alma schließlich den Hof verlassen, was unweigerlich den Weg zum Schlachthof bedeutete. „Und das, obwohl sie bereits wieder tragend war – was jedoch zu diesem Zeitpunkt noch ihr gut gehütetes Geheimnis war“, berichtete Gut Aiderbichl weiter. Ohne dieses Wissen sagten die Verantwortlichen des Henndorfer Tierparadieses der Aufnahme von Alma und ihrem ersten Kalb Emil zu.
Babyglück auf Gut Aiderbichl
Die Schwangerschafte von Alma wurde erst bei einer tierärztlichen Routineuntersuchung bekannt, als sich herausstellte, dass sie trächtig war. Seitdem warteten die Tierpflegerinnen und Tierpfleger gespannt auf den Nachwuchs. Das Warten fand vergangenen Samstag ein glückliches Ende: Kuh Alma und Kälbchen Martin sind wohlauf und freuen sich darauf, bald Besucherinnen und Besucher in Henndorf begrüßen zu können.


