In Klein Meiseldorf veranstaltete die Landwirtschaftskammer Niederösterreich ein Pressegespräch im größten Maislabyrinth Europas. Kammerobmann Herbert Hofer aus dem Bezirk Horn und Gastgeber Michael Andres thematisierten dabei die aktuellen Ernteergebnisse, Innovationen und die Herausforderungen der regionalen Landwirtschaft. Dabei standen sowohl Erfolge als auch jüngste Sabotageakte im Fokus. Darüber berichtet Welt Stimme.
KLEIN MEISELDORF. Im Rahmen der „Woche der Landwirtschaft“ lud die Landwirtschaftskammer Niederösterreich, vertreten durch die Bezirksbauernkammer Horn, zu einem Pressegespräch. Als Austragungsort wählte man das beeindruckende Maislabyrinth in Klein Meiseldorf, unweit der Stadt Horn. Kammerobmann Herbert Hofer eröffnete die Veranstaltung und begrüßte neben zahlreichen Medienvertretern auch Kammersekretär Rudolf Aßfall, die Kammerräte Christian Pleßl, Simon Pind und Markus Steininger sowie die Hausherren Michael Andres und Gertraut Eggenhofer. „Als Landwirte wollen wir innovativ sein und die Weiterbildung fördern. Auch wenn wir dieses Projekt bereits das zweite Jahr betreiben, brauchen wir einfach verlässliche Partner“, betonte Andres in seiner kurzen Begrüßung.
Michael Andres gab einen Einblick in seinen Betrieb und das Maislabyrinth, das eine Fläche von sechzehn Fußballfeldern umfasst. „Dieses Projekt ist eine Initiative auf eigene Kosten und mit eigener Motivation – ein richtig gutes Projekt für den Bezirk“, so Kammerobmann Hofer, der dem Hausherren zuvor den Vortritt ließ. Das Labyrinth stehe für Innovation, Bildung und die Möglichkeit, Landwirtschaft erlebbar zu machen, erklärte Andres. Besucher könnten so die Arbeit der Landwirte direkt nachvollziehen und verstehen, wie viel Planung und Einsatz dahintersteckt.
Vandalismus und Verantwortung
Herbert Hofer nutzte die Gelegenheit, um auf die aktuelle Ernte im Bezirk Horn zurückzublicken. „Mein Rückblick fällt mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus“, sagte Hofer. Trotz eines kalten und trockenen Frühjahrs zeige sich der Ertrag derzeit besser als befürchtet. Besonders die kühlen Nächte hätten ausreichend Wasser für die Pflanzen gebracht, während Niederschläge im Juli einen positiven Einfluss hatten. „Die Erträge sind zwar etwas verzögert, die Qualität jedoch überlegen. Die Verwaltungssituation ist besonders, und das Einkaufsverhalten der Märkte hat sich geändert. Dennoch bleiben Herbstkulturen wie Mais, Kartoffeln oder Rüben vielversprechend“, erläuterte Hofer.
Ein zentrales Thema des Gesprächs war der zunehmende Vandalismus. In den letzten Wochen kam es wiederholt zu Sabotageakten im Maislabyrinth: Mist wurde deponiert oder Dixi-Toiletten umgeworfen. „Die WC-Anlagen mussten gesperrt, wieder aufgestellt und gesäubert werden. Es handelt sich hierbei um keine Kavaliersdelikte“, machte Hofer deutlich. Er erinnerte auch an einen Vorfall bei der Ernte: „Vor geraumer Zeit habe ich beim Dreschen in meinem Feld ein Bügeleisen gefunden. Das ist alles andere als lustig, wenn der Mähdrescher darüberfährt – vom Schaden, der dabei entsteht, gar nicht zu sprechen.“ Respekt, Achtsamkeit und Rücksicht seien in solchen Fällen leider nicht vorhanden.
Gertraut Eggenhofer ergänzte diesen Aspekt: „Die Menschen sehen die Arbeit nicht, nur den persönlichen ‚Erfolg‘ der Zerstörung. Ich fordere alle auf, die etwas beobachten oder gesehen haben: Der beste Weg ist, zur Polizei zu gehen – solche Menschen müssen aus dem ‚Vandalismusverkehr‘ gezogen werden!“ Beide, Hofer und Eggenhofer, appellierten damit an Verantwortung und Gemeinschaftssinn, um das innovative Projekt zu schützen.
Innovation und Ernte
Hofer gab zudem einen Überblick über die wirtschaftliche Situation: „6.000 Hektar bringen ‚nur‘ 1.200 Euro Rohbetrag. Flächenrückgänge gibt es beim Raps – aktuell unter 2.000 Hektar im Bezirk – das nötige Mitteln fehlen einfach. Raps bleibt jedoch das wertvollste Gut.“ Gleichzeitig hob er die positive Entwicklung hervor: „Erfreulich ist, dass wir eine junge Landwirtschaft im Bezirk haben – die meisten Landwirte sind unter 50 Jahren, über 50 Prozent haben eine gute Ausbildung, als Meister, und führen innovative Betriebe.“ Auch das kürzlich eingeführte „Gütesiegel Landwirtschaft“ sei ein wichtiger Schritt, um regionale Produkte sichtbarer zu machen.
Abschließend unterstrich Kammerobmann Hofer die Bedeutung von Innovation, Gemeinschaft und regionaler Landwirtschaft. „Wir brauchen verlässliche Partner und eine starke Gemeinschaft, um auch künftig erfolgreich zu sein. Projekte wie das Maislabyrinth zeigen, dass Landwirtschaft mehr ist als nur Anbau – es ist Bildung, Innovation und Lebensraum zugleich.“ Mit diesen Worten endete das Pressegespräch in Klein Meiseldorf, das sowohl Erfolge als auch Herausforderungen der Landwirtschaft im Bezirk Horn aufzeigte – von innovativen Projekten bis hin zu den ernsten Folgen von Vandalismus und mutwilliger Zerstörung.


