So ein Fest gibt es nicht alle Tage: Die Stadterhebung wurde in Lenzing an der Ager groß gefeiert.
LENZING. Am Freitag, dem 21. August, wurde die Marktgemeinde Lenzing an der Ager offiziell zur Stadt erhoben und zählt nun neben Vöcklabruck, Schwanenstadt und Attnang-Puchheim zu den vier Städten im Bezirk. Landeshauptmann Thomas Stelzer überreichte die Stadterhebungsurkunde bei einem feierlichen Festakt an Bürgermeister Rudolf Vogtenhuber. Darüber berichtet Welt Stimme.
Zu Beginn Arbeitersiedlung
Bürgermeister Vogtenhuber äußerte sich erfreut über den festlichen Anlass und die Wetterbedingungen: „Es regnet Glück auf die junge Stadt“. Er betonte: „Es ist ein Moment des Stolzes, der Freude und des Zusammenhaltes, den wir gemeinsam erleben dürfen“. Lenzing, jetzt mit 5.300 Einwohnern, wurde 1939 als Agerzell gegründet. Von den 5.200 Einwohnern im Jahr 1945 waren 2.700 nicht aus Österreich. „Sie alle sind zu Lenzingern geworden“, blickte der Bürgermeister stolz zurück auf die Geschichte. Er stellte klar, dass die Stadterhebung kein Signal zum Ausruhen sei, sondern ein Symbol für das, was gemeinsam erreicht wurde und noch erreicht werden soll. Amtsleiter Mario Schneeberger erläuterte in einer Podiumsdiskussion den Ursprung des Begriffs „Gartenstadt“ – Lenzing an der Ager hat sich nun zur „Industrie- und Gartenstadt“ erklärt. „Ende der 30er-Jahre, als die Lenzing AG mehr Mitarbeiter benötigte, wurde in der Nähe eine Arbeitersiedlung geschaffen“, erklärte Schneeberger. Die zahlreichen Grünflächen wurden sowohl zur Erholung als auch zur Eigenversorgung angelegt.
„Die Stadterhebung ist ein Symbol für das, was wir gemeinsam erreicht haben und erreichen wollen.“ Rudolf Vogtenhuber
Die Schriftstellerin Edith Kneifl äußerte sich stolz über die Anerkennung ihrer Heimatstadt: „Für mich war Lenzing nie ein Dorf. Es war höchste Zeit, dass Lenzing eine Stadt wird“. Ihr Vater, Rudi Kneifl, war Bürgermeister, als Lenzing im Jahr 1984 zum Markt erhoben wurde. Landeshauptmann Thomas Stelzer betonte in seiner Festansprache: „Es ist eine Freude und Ehre, bei so einem historischen Ereignis dabeisein zu dürfen. Die Stadterhebung unterstreicht die positive Entwicklung Lenzings als attraktiven Wirtschafts- und Wohnstandort mit hoher Lebensqualität und guten Zukunftsperspektiven für die Menschen.“
Franzobels Stadtgeschichte
Ein humorvoller Einblick in die „Seele“ Lenzings kam von dem bekannten Schriftsteller Franzobel, bürgerlich Franz Griebl, der in Lenzing aufgewachsen ist. „Als Kind war man nicht stolz darauf, aus Lenzing zu sein“, bemerkte er. In seinem Beitrag zur Stadtgeschichte sprach er über die „Bude“, den Schwefelgeruch sowie den Arbeitsethos und den Zusammenhalt der Menschen, was viele Anwesende zum Schmunzeln brachte. Den feierlichen Tag rundete ein Bieranstich ab: zur Feier des Anlasses wurde das Lenzinger Stadtbier ausgeschenkt.


