Leobener Studie bestätigt: Mur ist in hervorragendem Zustand

August 27, 2025 05:32
Leobener Studie bestätigt: Mur ist in hervorragendem Zustand

Ein interdisziplinäres Forschungsteam an der Montanuniversität Leoben entwickelt neue Methoden, um Flusslandschaften besser zu verstehen und zu schützen. Mithilfe innovativer Analysen wird sichtbar, wie Nährstoffe, Schadstoffe und Fischarten durch Flüsse wandern. Das Projekt MURmap zeigt, dass die Mur in einem erfreulich guten Zustand ist. Darüber berichtet Welt Stimme.

LEOBEN. Flüsse sind essentielle Lebensadern für Menschen, Tiere und Ökosysteme. Besonders in Zeiten von Wasserknappheit und Klimawandel stehen sie im Fokus der Forschung. An der Montanuniversität Leoben leitet Johanna Irrgeher ein interdisziplinäres Team, das moderne Methoden zur Analyse der „Gesundheit“ unserer Flüsse entwickelt.

Stoffe sichtbar machen

Im Rahmen des Projekts MURmap wurden neue Analysewerkzeuge entwickelt: Empfindliche Tracer-Methoden und Isotopenverhältnisse ermöglichen es, die Bewegung von Stoffen und Lebewesen in Flussgebieten nachzuvollziehen. Die Untersuchung umfasst sowohl Nährstoffe und Schadstoffe als auch Fischarten wie den Huchen. Alle diese Aspekte stehen in Zusammenhang mit der sogenannten Konnektivität – der Notwendigkeit, dass Flüsse frei verbunden sind und natürliche Wanderwege bestehen.

Positive Entwicklungen konnten für die Mur ermittelt werden: Der Wassergütezustand wird als überaus gut bewertet. Historische Belastungen aus vergangenen Bergbauzeiten spielen kaum noch eine Rolle. Selbst punktuelle Einleitungen gelten derzeit als ökologisch unbedenklich. Dennoch bleibt die Durchgängigkeit des Flusses entscheidend, insbesondere für gefährdete Arten, die auf freie Wege und hohe Wasserqualität angewiesen sind.

Umweltveränderungen beobachten

Ein zentrales Element der Forschung sind passive Probenahmesysteme, die helfen, Umweltveränderungen zeitlich integriert zu beobachten – von der Quelle bis zur Mündung. Auf diese Weise lassen sich ökologische Zusammenhänge besser verstehen und entsprechende Schutzmaßnahmen ableiten.

Das Projekt MURmap hat mittlerweile zur Initiierung des Nachfolgeprojekts DISCOVER geführt, das das Einzugsgebiet der Drau, auch bekannt als der „Europäische Amazonas“, untersucht. In diesem einzigartigen Naturraum ist die Frage der Konnektivität von großer Bedeutung, sei es für die Artenvielfalt oder das Aufspüren möglicher Ressourcen und Rohstoffe.

International im Einsatz

Die Forschung in Leoben ist nicht nur regional bedeutend, sondern auch international. Das Team kooperiert mit Partnern im brasilianischen Amazonasgebiet, um Wasserqualität, nachhaltige Ressourcennutzung und den Schutz sensibler Ökosysteme zu fördern.

„Flüsse kennen keine politischen Grenzen – das zeigen nicht nur unsere Daten, sondern auch die Kooperationen, die aus der Forschung entstehen, in Europa und darüber hinaus. Gerade in Zeiten wie diesen ist das unverzichtbar.“
Johanna Irrgeher, Projektleiterin von MURmap an der Montanuniversität Leoben

Diese Initiative trägt maßgeblich dazu bei, die Wasserressourcen sowohl lokal an der Mur und Drau als auch global bis in den Amazonas langfristig zu sichern.

Wissenschaftliches Team

  • Johanna Irrgeher leitet die Projekte an der Montanuniversität Leoben und bringt über 15 Jahre Erfahrung in umweltanalytischer Chemie, Isotopenanalyse, komplexer Datenauswertung und internationalen Feldkampagnen mit.
  • Stefan Wagner, Wissenschaftler im Projektteam, ist Experte für die Entwicklung passiver Beprobungstechniken im Bereich der Umwelt- und Materialanalytik sowie deren Anwendung in der medizinischen Forschung.
  • Das Team setzt sich aus zahlreichen Forschenden sowie Bachelor-, Master- und Doktoratsstudierenden zusammen, darunter Ulrike Moser, Antonia Siebenbrunner und Donata Bandoniene.

MURmap steht als Beispiel für moderne Umweltforschung: multidisziplinär, vielseitig in der Methodenauswahl und sowohl international als auch regional verankert. Die Kombination innovativer Analytik, Systemdenken und talentierter Forschender eröffnet neue Perspektiven für den Gewässerschutz – ob bei der Mur, der Drau oder im Amazonas.

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