Netzgebühren: Photovoltaikanlagen-Besitzer in Zwettl müssen künftig Strom speichern oder verbrauchen

August 4, 2025 21:35
Netzgebühren: Photovoltaikanlagen-Besitzer in Zwettl müssen künftig Strom speichern oder verbrauchen

Änderungen bei Netztarifen: PV-Anlagen-Besitzer müssen abbauen oder speichern, sonst drohen hohe Kosten.

Im Bundesland Niederösterreich existieren über 140.000 Photovoltaikanlagen, davon 5.152 im Bezirk Zwettl. Diese Anlagen können den Energieverbrauch von etwa 846.000 Haushalten decken, was einer Verdreifachung innerhalb der letzten zwei Jahre entspricht.

Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (EIWG) sieht vor, dass PV-Anlagen-Besitzer künftig für die Einspeisung von selbst erzeugtem Strom ins Netz entlohnt werden müssen. Dies könnte vor allem für die Nutzer ärgerlich werden, die ehemals von der „kostenlosen“ Sonnenenergie profitierten. Die zu zahlenden Netzkosten könnten, abhängig von der Leistung, teilweise über der jährlichen Netzanschluss-Pauschale von rund 50 Euro liegen.

Neuordnung der Haushaltskosten

Das Gesetz ist noch in der Diskussion und eine politische Entscheidung steht noch aus. Daniel Hantigk von der e-control erklärt: „Für diejenigen, die möglichst viel des selbst erzeugten Stroms nutzen, könnte es sogar günstiger werden.“ Zugleich weist er darauf hin, dass je mehr Strom ins Netz eingespeist wird, desto höher die erforderliche Netzleistung und damit auch die Kosten sein werden.

Die Zwettler müssen nun neu kalkulieren, wann sich die Investition in ihre eigene PV-Anlage amortisiert. Die Anschaffung eines Stromspeichers oder sogar eines E-Autos könnte sich in diesem Zusammenhang als vorteilhaft erweisen.

Geteilte Meinungen in der Bevölkerung

Eine Umfrage von MeinBezirk Zwettl unter den Online-Lesern zeigt unterschiedliche Meinungen zu der Thematik. Matthias Bruckner äußert sich positiv: „Ich finde das Vorgehen absolut richtig. Immerhin werden der Netzausbau und neue Transformatoren aufgrund der Einspeisung notwendig.“ Bruno Gattringer stellt kritisch die Frage: „Wie lange dauert es noch, bis die Mehrheit erwacht?“ Sonja Stadler hat bereits ihre Schlüsse gezogen und bezeichnet das Vorgehen als absurden Schritt der Energiekonzerne: „Viele – auch wir – werden jetzt auf einen Speicher setzen,“ so die Leserin und fügt sarkastisch hinzu: „Dann sollen sie sehen, woher sie den grünen Strom bekommen!“

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