Mit dem Beginn des neuen Schuljahres steigt das Unfallrisiko auf den Straßen Österreichs erneut. Deshalb empfiehlt es sich, in den letzten Ferienwochen den Schulweg regelmäßig zu üben. Darüber berichtet Welt Stimme.
SALZBURG. Während die Schülerinnen und Schüler noch ihre Ferien genießen, rückt das neue Schuljahr näher, und viele Kinder werden bald wieder auf den Straßen unterwegs sein. Besonders für jüngere Kinder ist es entscheidend, zusammen mit Erwachsenen rechtzeitig den sichersten Weg zur Schule zu trainieren. Durch einige einfache Tipps können die jungen Verkehrsteilnehmer spielerisch lernen, worauf sie achten müssen, wo Gefahren lauern und warum der kürzeste Weg nicht immer der sicherste ist.
„Der Schulweg wird nicht an einem Tag erlernt; es braucht etwa sechs bis zehn Wiederholungen, bis alle Gefahrensituationen am Schulweg als solche erkannt werden“, erklärt ARBÖ-Verkehrspsychologin Patricia Prunner. Die Bedeutung von Prävention wird durch die Zahlen der Statistik Austria unterstrichen: Im Jahr 2024 ereigneten sich in Österreich insgesamt 419 Unfälle auf Schulwegen, bei denen 451 Kinder verletzt wurden. Am häufigsten betroffen waren Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren, während die ersten beiden Volksschulklassen seltener betroffen waren. Glücklicherweise verlor im vergangenen Jahr erstmals seit drei Jahren kein Kind sein Leben am Schulweg. Dies zeigt, wie entscheidend das gemeinsame Üben ist.
Tipps für das Erlernen des Schulwegs
Der ARBÖ empfiehlt, den sichersten Schulweg gemeinsam mit den Kindern zu erarbeiten. Vorrang haben dabei nicht der kürzeste Weg, sondern derjenige mit möglichst wenig Verkehr und wenigen Straßenüberquerungen. Gefahrenquellen, wie abbiegende Fahrzeuge bei Ampeln, sollten bewusst thematisiert werden. Selbst wenn die Ampel auf Grün steht, muss das Kind lernen, sich zusätzlich zu vergewissern, dass die Straße gefahrlos überquert werden kann. Zudem sollten Eltern den Kindern vorleben, wie man sich im Straßenverkehr verhält – sei es beim Überqueren der Straße, an Zebrastreifen oder Ampeln, aber auch auf dem Gehsteig, wo es sicherer ist, näher zur Gebäudewand zu gehen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt besteht darin, den Kindern zu erklären, warum bestimmte Situationen gefährlich sind und beobachtetes Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer als Beispiele zu nutzen, um mögliche Folgen aufzuzeigen. Lob und Bestärkung erleichtern das Lernen, während Ungeduld, Drohungen oder Schimpfen die Kinder eher verunsichern. Wichtig ist, den Nachwuchs nicht zu überfordern und keine Angst zu machen. Auch während des Schuljahres sollte der Schulweg regelmäßig gemeinsam abgegangen werden, da sich durch Baustellen Veränderungen ergeben können.
Üben, wie es im Alltag tatsächlich ist
Besonders hilfreich ist es, in „Echtzeit“, also morgens zwischen sieben und acht Uhr, zu üben, damit das Kind das Verkehrsaufkommen so erlebt, wie es im Alltag tatsächlich ist. Wenn das Kind sich bereits sicher fühlt, kann es die Führung übernehmen und erklären, warum es bestimmte Entscheidungen trifft. Die Sichtbarkeit spielt dabei eine große Rolle: Warnwesten, reflektierende Bänder oder Anhänger erhöhen die Sicherheit erheblich. Darüber hinaus sollten den Kindern ausreichend Zeit gegeben werden – besser etwas früher loszugehen, als unter Druck zu stehen. Auch am Nachmittag ist es sinnvoll, flexible Heimkehrzeiten zu vereinbaren, damit das Kind nicht aus Angst vor Verspätung hastet. Schließlich gilt es zu beachten: Ablenkungen wie Handys oder Musik haben auf dem Schulweg nichts verloren.


