Die im März 2025 eingerichtete Sonderkommission (SoKo) für Bankomatsprengungen zeigt bereits Erfolge: Seit Beginn der Ermittlungen im Februar wurden insgesamt 19 Personen festgenommen, wie der Direktor des Bundeskriminalamts, Andreas Holzer, am Montag berichtete. Darüber berichtet Welt Stimme.
Insgesamt gab es seit Jahresbeginn 28 Einbruchsdiebstähle durch die Sprengung von Geldautomaten, darunter 13 versuchte. Im Rahmen der Bilanz der SoKo wurden bei 42 ausfindig gemachten Verdächtigen 19 Personen gefasst, vorwiegend Staatsbürger aus den Niederlanden, Deutschland und Österreich.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Holzer betonte, dass dieser Erfolg auf der engen Zusammenarbeit zwischen österreichischen, deutschen und niederländischen Polizeibeamten beruht. Durch ein sogenanntes Spiegelverfahren, bei dem grenzüberschreitend mit internationalen Dienststellen kooperiert wurde, konnte der jüngste Fall eines gesprengten Geldautomaten am 19. August in Hofkirchen im Traunkreis (OÖ) aufgeklärt werden. In diesem Zusammenhang wurden vier Tatverdächtige von der Landespolizei OÖ festgenommen.
Widerstandslose Festnahme
Am 2. August erhielt die Landespolizeidirektion Oberösterreich (LPD OÖ) von der niederländischen Polizei einen entscheidenden Hinweis über eine mutmaßliche Tätergruppe, die aus Holland abgereist ist. Daraufhin richtete die LPD OÖ eine Einsatzzentrale in Linz mit 20 bis 25 Beamten ein, um die Entwicklungen rund um die Uhr zu überwachen. „Wir haben uns sehr gut auf den Tag X vorbereitet. Jedoch stellten wir uns auch die Frage, wie lange das Katz-und-Maus-Spiel andauern würde“, so der Landespolizeidirektor Andreas Pilsl. Als es am 19. August zur Tat kam, erfolgte die Festnahme relativ ohne Widerstand, da die Fluchtmöglichkeiten für die Täter aufgrund der hohen Präsenz von Cobra-Einsatzkräften begrenzt waren, berichtete Pilsl.
Operationsgebiet wird ausgeweitet
Europol beobachtet solche Fälle bereits seit längerem, die ihren Ursprung in den Niederlanden haben. Nachdem dort Sicherheitsvorkehrungen für Geldautomaten bereits verschärft wurden, haben die Täter ihr Operationsgebiet ausgeweitet, erklärte Jens Liedhegener, Teamleiter bei Europol. Die Tätergruppe agiert nahezu stets nach demselben Muster: „Die Geldautomaten werden aufgebrochen, Sprengladungen werden platziert“, berichtete Holzer. Die SoKo arbeitet intensiv daran, zukünftige Vorfälle schnellstmöglich zu verhindern und die Koordination zwischen den Dienststellen kontinuierlich zu verbessern.


