Im Kulturhaus Knittelfeld ist der Kurzfilm „Bubenstreich“ von Wendelin Marchl erstmals gezeigt worden. Im Anschluss an die Vorführung stand auch der historische Hintergrund des Films und die Zeit des Nationalsozialismus im Mittelpunkt.
Der Film ist nach Angaben des Beitrags an einem realen Ereignis orientiert und spielt im Jahr 1940. Im Zentrum steht der junge Ludwig, der von seinem Freund Friedrich dazu gedrängt wird, der Hitlerjugend beizutreten.
Ludwig zögert, weil sein Vater politisch aktiv ist, und gerät damit zwischen Freundschaft, familiären Einfluss und den Druck des NS-Regimes. Der Film greift damit die Frage auf: „Welche Entscheidungen konnten Menschen unter den damaligen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen treffen?“
Nach der Premiere folgte eine Gesprächsrunde über die Entstehung des Films und seinen historischen Kontext. Susanne Korbel vom Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz ordnete die dargestellten Ereignisse historisch ein und sprach über die Lebensbedingungen unter dem nationalsozialistischen Terror.
Stefan Stradner führte zudem Gespräche mit dem Filmteam über die Entwicklung des Projekts, die Dreharbeiten und die Geschichte hinter dem Film. Marchl ist Absolvent des BG/BRG Knittelfeld und entstand im Rahmen eines Kurses an der FH Salzburg.
Die Veranstaltung wollte filmische Erzählung und historische Reflexion verbinden und die Frage nach Handlungsspielräumen und Entscheidungen in der NS-Zeit zur Diskussion stellen.


