Valentin Ladstätter gewinnt Literaturbewerb „9×9 – Alsergrund erlesen“
WIEN/ALSERGRUND. Valentin Ladstätter hat den Literaturbewerb „9×9 – Alsergrund erlesen“ gewonnen. MeinBezirk führte ein Gespräch mit dem aus Josefstadt stammenden Autoren.
Bereits in der Unterstufe des Gymnasiums verfasste Ladstätter erste Texte im Deutschunterricht, die auf positive Resonanz stießen. Seine Lehrerin zeigte so viel Begeisterung, dass sie das gesamte Buch hätte lesen wollen. Über die letzten zwei Jahrzehnte blieb das Schreiben eine Konstante in seinem Leben, sowohl in Form journalistischer Arbeiten als auch literarischer Texte.
Erfolg durch autofiktionales Schreiben
Seinen Erfolg schreibt Ladstätter dem gewählten Genre zu. Während fiktive Erzählungen in der Vergangenheit durchwachsene Ergebnisse lieferten, gelingt ihm das autofiktionale Schreiben wesentlich besser. „Die Quote bei den autofiktionalen Texten ist wesentlich besser als bei den anderen“, erläutert er. Texte, die auf eigenen Erfahrungen basieren, erreichen offenbar das Publikum, was sich auch in der Resonanz der Zuschauer des Wettbewerbs zeigte, die gleichzeitig die Rolle der Jury übernahmen.
Inspiration aus dem Alltag
Die Inspiration für seinen Siegertext zog Ladstätter aus seinem täglichen Weg durch die Stadt. Da der Kindergarten seines Sohnes im 9. Bezirk liegt und die Familie im 8. Bezirk wohnt, führt der tägliche Fahrradweg durch das Alte AKH. Eine einfache Beobachtung wurde zum Aufhänger seiner Erzählung: „Bauch“, war das Wort, das sein Sohn beim Radfahren sagte, während er ihm über den Rücken strich.
Diese alltägliche Szene entfaltet sich in Ladstätters Text zu einem Gegenüberstellen zweier Welten. Der Tag der Radfahrt ist gleichzeitig der letzte Tag seiner Elternzeit. Der Rückkehr in das Berufsleben steht der Übergang von der geschützten familiären Umgebung in die von Umbrüchen geprägte gesellschaftliche Realität gegenüber.
Gesellschaftliche Themen im Fokus
Ladstätter thematisiert in seinem Text die übergreifenden gesellschaftlichen Herausforderungen, die mit seinem persönlichen Wandel einhergehen. Der Autor verbindet die private Situation mit dringenden Fragen, beispielsweise zur Klima- und Biodiversitätskrise sowie den Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
Mit diesem Zusammenspiel von privater Nähe und globalen Problematiken trifft Ladstätter eindeutig den Zeitgeist, was auch die Jury anerkennte. Den Text gibt es zum Nachhören hier.
Einordnung
Der Gewinn des Wettbewerbs markiert einen bedeutenden Erfolg für Ladstätter im Bereich autofiktionaler Literatur. Dies ist relevant, da es eine wachsende Wertschätzung für persönliche und authentische Erzählungen signalisiert, die aktuelle gesellschaftliche Themen ansprechen. Ladstätters Erfolg könnte als Anstoß für andere Autoren dienen, ähnliche Ansätze zu verfolgen und ihre eigenen Erfahrungen literarisch zu verarbeiten.

