Der Sommer 2025 zeigt sich für die Frei- und Strandbäder in Niederösterreich als herausfordernd. Ein deutlicher Rückgang der Besucherzahlen ist die Folge des großteils verregneten Wetters. Darüber berichtet Welt Stimme.
Die Bäderbetriebe in Niederösterreich mussten einen durchschnittlichen Besucherrückgang von etwa 20 Prozent verzeichnen. Besonders der Mai und Juli waren wettermäßig ungünstig und hatten negative Auswirkungen auf das Schwimmvergnügen. In einigen Einrichtungen gab es sogar Rückgänge von bis zu 44 Prozent, wie Harald Gölles, Sprecher der Bäderbetriebe in der Wirtschaftskammer NÖ, berichtet. Die Schwankungen sind deutlich: Ternitz verzeichnete im Mai einen Rückgang von 42 Prozent, konnte im Juni aber einen Anstieg von 151 Prozent verzeichnen, bevor im Juli wieder ein Rückgang von 56 Prozent folgte.
Besucherzahlen und Preisstrategien
Um das Besucherdefizit zu kompensieren, haben viele Bäder die Eintrittspreise um fünf bis 25 Prozent angepasst. Für die nächste Saison sind erneut Preisanpassungen nötig, um die Ertragssituation zu stabilisieren. Die Erhöhungen werden im Cent- bis niedrigen Eurobereich liegen, um den Bäderbesuch weiterhin für die Bevölkerung erschwinglich zu halten. Mit Beginn des Schuljahres schließen die meisten Bäder, nur wenige bleiben bis Mitte oder Ende September geöffnet. Ein warmer Altweibersommer könnte Wunschdenken bleiben.
Langfristige Herausforderungen
Niederösterreichs Bäder stehen vor zahlreichen Herausforderungen, darunter hohe Energiekosten. Diese sollen durch die Nutzung von Photovoltaik, bauliche Rückbauten und Einsparungen im Saunabereich abgefedert werden. Während die Beschäftigtenzahlen stabil bleiben, gestaltet sich die Suche nach qualifiziertem Personal, insbesondere ausgebildeten Aufsichtspersonen, als schwierig.
Trotz der Rückgänge erfüllen die Bäder wesentliche soziale Funktionen, indem sie Lernmöglichkeiten im Schwimmen bieten und zur Gesundheit der Bevölkerung beitragen. Um nachhaltige Lösungen zu erzielen und die Bäder in der Region zu erhalten, sind kreative Konzepte wie gemeindeübergreifende Kooperationen erforderlich, wie im Beispiel des Regionalbades Gänserndorf.
Gemeinsame Förderungen und Modernisierungen werden dringlich notwendig. „Die Herausforderungen sind zweifellos groß, doch mit gemeinsamem politischem Willen und der nötigen finanziellen Unterstützung ist der Erhalt vieler Bäder möglich – und sinnvoll“, unterstreicht der Bädersprecher.


