Studie: Mehrheit lehnt Trinkgeld-Vorschläge am Kartenterminal ab

Oktober 11, 2026 12:21
A customer uses a card terminal at a restaurant table while paying with a Visa card.

Preset Trinkgeldvorschläge am Kartenterminal stoßen in der Wiener Gastronomie auf deutliche Ablehnung. Laut einer Erhebung von Triple M Matzka Markt- und Meinungsforschung lehnen 63 Prozent der Befragten diese Form der Trinkgeldabfrage ab.

Die Konsumentenschützer der AK Wien sprechen in diesem Zusammenhang von einer „manipulative Praxis“. Auch in der Befragung selbst fiel das Urteil überwiegend negativ aus: 36 Prozent bewerteten die Regelung als „sehr schlecht“, 27 Prozent als „eher schlecht“.

Nur sieben Prozent der 500 befragten Personen stufen die Praxis als „sehr gut“ ein. Besonders skeptisch waren laut Studie Menschen ab 50 Jahren; in dieser Gruppe lehnen 74 Prozent die Trinkgeldvorschläge am Terminal ab.

Nach Angaben des Berichts werden in Wiens Gastronomie solche Auswahlmöglichkeiten zunehmend in Spannen zwischen fünf und 30 Prozent angezeigt. Christina Matzka von Triple M sagte dazu: „Die Gäste empfinden diese Vorschläge als Bevormundung.“ Trinkgeldbeträge über 10 oder sogar 15 Prozent würden von vielen als zu hoch wahrgenommen.

Matzka verwies außerdem darauf, dass Menschen Lösungen, denen sie skeptisch gegenüberstehen, aus Bequemlichkeit oder weil viele öffentliche Diskussionen meiden, dennoch akzeptieren könnten. Der Bericht stellt die Umfrage in den größeren Zusammenhang der zunehmenden Kartenzahlungen in Österreich; im zweiten Quartal des vergangenen Jahres wurden österreichweit 929 Millionen Euro verarbeitet, nach 721 Millionen Euro im selben Zeitraum zwei Jahre zuvor.

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