Formel 1: Aston Martin steht vor Problemen beim Saisonstart in Melbourne
MELBOURNE. Der Rennstall Aston Martin wird die Runden für die Piloten Fernando Alonso und Lance Stroll beim Grand Prix von Australien limitieren, um das Risiko dauerhafter Nervenschäden durch die starken Vibrationen am Lenkrad des neuen AMR26 zu verringern. Darüber berichtet Welt Stimme.
Teamchef Adrian Newey erklärte am Donnerstag in Melbourne, dass die Vibrationen von der neuen Antriebseinheit des Lieferanten Honda auf das Chassis übergehen. „Die Vibrationen verursachen einige Zuverlässigkeitsprobleme. Spiegel und Rücklichter fallen ab, und wir müssen all diese Probleme beheben“, so Newey, der sich als Design-Genie einen Namen gemacht hat. „Das viel größere Problem aber ist, dass sich die Vibrationen letztendlich auf die Finger der Fahrer übertragen.“ Aston Martin sei nicht bereit, die Gesundheit von Alonso (44) und Stroll (27) aufs Spiel zu setzen.
Fahren nur in homöopathischen Dosen
Alonso äußerte, dass er nicht mehr als 25 Runden am Stück fahren könne, „ohne eine dauerhafte Schädigung der Nerven in seinen Händen zu riskieren“. Stroll hingegen schätzt, dass diese Schwelle bereits nach 15 Runden erreicht sei. „Wir werden die Anzahl der Runden, die wir im Rennen fahren, stark einschränken müssen, bis wir den Vibrationen auf den Grund gegangen sind und Verbesserungen erzielt haben“, erklärte Newey.
Alonso zeigte sich optimistisch, dass Honda die Probleme schnell lösen kann: „Ich habe zu 100 Prozent den Glauben, dass sie die Probleme lösen, weil sie das schon in der Vergangenheit geschafft haben“, sagte der zweifache Weltmeister. Trotz der Vibrationen versicherte er: „Wenn wir um den Sieg kämpfen würden, könnten wir auch drei Stunden in diesem Auto aushalten. Dieses Team wird die Weltmeisterschaft gewinnen – es ist nur eine Frage der Zeit.“
Hoffnungen in Newey vorerst nicht erfüllt
Newey, der erstmals in seiner Karriere für Aston Martin tätig ist, war Ende 2024 als große Hoffnung für das Team eingestiegen. In seiner langjährigen Karriere entwarf er Weltmeister-Autos für Williams, McLaren und Red Bull. Bei Aston Martin genießt der 67-Jährige als Gesellschafter und geschäftsführender technischer Partner große Freiheiten. Nun sieht er sich einer seiner größten Herausforderungen gegenüber. Bereits bei den Testfahrten in Bahrain hatten die übermäßigen Vibrationen die Batterieeinheit beschädigt.
Für das Wochenende in Melbourne habe das Team eine Lösung entwickelt, die auf dem Prüfstand getestet wurde und die Vibrationen auf die Batterie „deutlich reduziert“ habe, so Newey. „Man muss bedenken, dass die Antriebseinheit die Quelle der Vibrationen ist, sie ist der Verstärker. Das Chassis ist in diesem Szenario der Empfänger“, erklärte der Design-Experte. Ein Carbon-Chassis sei von Natur aus eine sehr steife Struktur mit geringer Dämpfungswirkung. „Daher haben wir bei der Übertragung dieser Vibrationen auf das Chassis keine Fortschritte erzielt.“ Alonso und Stroll sind somit gezwungen, das Risiko des Fahrens zu minimieren.


