Kritik von ÖSV-Cheftrainer: „Teilweise haben wir im Weltcup zu leichte Kurssetzungen“
Madonna, 08. Jänner 2026 – Österreichs Männer konnten auch beim Auftakt des entscheidenden Slalom-Monats Jänner in Madonna di Campiglio nicht überzeugen. Cheftrainer Marko Pfeifer kritisierte die fehlende offensive Fahrweise seines Teams. „Es geht nur mit Vollgas“, äußerte sich Pfeifer über die zunehmende Konkurrenz in der Disziplin. In den ersten fünf Weltcup-Slaloms des anstehenden Olympia-Winters gab es fünf verschiedene Siegertypen. Bisher gelang es noch keinem österreichischen Skifahrer, in den Top fünf zu landen. Das beste Ergebnis erzielte Manuel Feller, der bei den Weltcuprennen in Alta Badia als Elfter ins Ziel kam. Michael Matt schloss den Slalom in Madonna als 12. ab, was das schlechteste Ergebnis für das ÖSV-Slalomteam in dieser Saison darstellt. Trotz der Trainingsmaßnahmen über die Feiertage gab es keine signifikanten Fortschritte. „Wir wissen, woran es liegt, es ist auch daran gearbeitet worden“, stellte Pfeifer im ORF fest. „Es gelingt uns aber nur phasenweise.“ Jeder verpasste Sieg belastet das Selbstvertrauen der Athleten.
Im Hinblick auf die technische Ausführung verwies Pfeifer auf Fellers Slalom-Technik, die 2024 zur Gewinnung der kleinen Kristallkugel führte. „Das hat jeder nachgeahmt“, so der ÖSV-Chefcoach über die kürzeren Schwünge des Tirolers. „Es wird sehr frech gefahren, ein kurzer Druck. Wenn du nicht durchziehst, bist du schnell durchgereicht.“ In Madonna lagen die Ränge drei bis zehn lediglich durch 22 Hundertstelsekunden voneinander getrennt.
Pfeifer übte spezifische Kritik an den Kurssetzungen: „Teilweise haben wir im Weltcup zu leichte Kurssetzungen“, sagte er über den ersten Durchgang, der kaum Herausforderungen bot. „Das Limit ist brutal nach oben gegangen im Slalom. Es fährt jeder letzte Rille, wir sind da teilweise zu brav unterwegs.“ Der nächste Slalom findet bereits am Sonntag in Adelboden statt, gefolgt von weiteren Wettbewerben in Wengen, Kitzbühel und Schladming, bevor die Athleten zu den Olympischen Spielen reisen.
Markus Matt führt aktuell die österreichischen Slalomspezialisten als Zwölfter in der Disziplinwertung an. Pfeifer lobte ihn für phasenweise schnelle Schwünge und sprach von Feller, der bis zu seinem Ausfall im zweiten Durchgang „in Schlagdistanz zum Podium“ war. „Ich bin zuversichtlich, dass er die positiven Aspekte mitnimmt. Er wirkt sehr stabil“, fügte Pfeifer hinzu.
Feller, der 2024 in Adelboden gewann, vertraut auf seine Erfolge: „Adelboden ist ein Ort, wo ich schon sehr, sehr viele schöne Erfolge habe feiern dürfen. Ich werde wieder gleich drauflosfahren.“ Er bekräftigte, dass er bereit sei, Risiken einzugehen, um nicht nur im Mittelfeld zu landen. „Wenn ich nicht riskiere, bin ich schnell einmal auf den hinteren Plätzen“, sagte der 33-Jährige.
Marco Schwarz hingegen schaffte es nicht ins Rennen: Der Kärntner, der in der vergangenen Saison mit einem Premierensieg im Super-G und einem Riesentorlauf-Triumph in Alta Badia auf sich aufmerksam machte, landete als 36. und verpasste damit den zweiten Durchgang. „Vom Skifahrerischen hat er sicher mehr drauf im Slalom“, bemerkte Pfeifer. Auch Fabio Gstrein schied bereits in der ersten Runde aus. Sein dritter Platz beim Weltcup-Finale im März in Sun Valley bleibt der letzte Podestplatz für Österreichs Slalomteam.
Darüber berichtet Welt Stimme.


