Lebenszyklusanalyse
Robert Klatt
Die Produktion eines Elektroautos ist rund 40 Prozent CO₂-intensiver als bei einem Verbrenner. Doch Elektroautos gleichen diesen Nachteil bereits nach 17.000 gefahrenen Kilometern aus und zeigen danach einen erheblichen CO₂-Vorteil, der durch den Ausbau erneuerbarer Energien weiter zunimmt.
Washington, D.C. (U.S.A.). Laut einer neuen Lebenszyklusanalyse des International Council on Clean Transportation (ICCT) verursacht die Herstellung eines Elektroautos erheblich höhere CO₂-Emissionen aufgrund der Batterieproduktion und der Gewinnung benötigter Rohstoffe. Dennoch gleicht ein Elektroauto die höheren Emissionen schnell aus, da die Stromproduktion deutlich geringere Emissionen verursacht als der Betrieb eines Verbrennungsmotors und die Produktion von fossilen Brennstoffen.
Die Untersuchung betrachtet sämtliche Emissionen, die bei Produktion, Betrieb und Verschrottung eines Autos anfallen, wobei eine Lebensdauer von 20 Jahren angenommen wird. Laut der Studie emittiert ein mittlerer Elektroauto-Modell, das in der Europäischen Union (EU) verkauft wird, über diesen Zeitraum 73 Prozent weniger CO₂ als ein vergleichbares Benzinfahrzeug.
Erneuerbarer Strom für Elektroautos
Der erhebliche Klimavorteil von Elektroautos wird maßgeblich durch den Anstieg der CO₂-neutralen erneuerbaren Energien in der EU unterstützt, die mittlerweile die Hälfte des Stroms produzieren. Eine frühere Analyse des ICCT aus dem Jahr 2021 zeigte noch deutlich höhere CO₂-Emissionen bei Elektroautos, als der Anteil erneuerbarer Energien wesentlich geringer war. Zudem hat sich die Effizienz elektrischer Fahrzeuge in den letzten Jahren signifikant verbessert, während Verbrenner keine vergleichbaren Fortschritte gemacht haben.
„Die Emissionen von Elektroautos sinken schneller als noch vor wenigen Jahren erwartet.“
63 Gramm CO₂ pro Kilometer
Gemäß der Lebenszyklusanalyse verursacht ein Elektroauto mit dem typischen Strommix in der EU während seiner Nutzungsphase von 2024 bis 2044 nur 63 Gramm CO₂ pro gefahrenen Kilometer. Diese Zahl umfasst sämtliche Emissionen, einschließlich der Herstellung und der Entsorgung des Fahrzeugs. Bei ausschließlicher Nutzung von klimaneutralem Strom sinken die CO₂-Emissionen sogar auf 52 Gramm pro Kilometer.
Im Vergleich produzieren Benzinfahrzeuge 235 Gramm CO₂, Dieselautos 234 Gramm, Erdgasmotoren 203 Gramm und Hybride ohne Steckdose 188 Gramm pro Kilometer, während Plug-in-Hybride 163 Gramm CO₂ pro Kilometer emittieren und damit deutlich höhere Emissionen aufweisen.



