Budapest, 31. Oktober 2025 – Die ungarische Regierung bereitet einen Gesetzentwurf über Maßnahmen für den Fall einer Treibstoffkrise vor, nachdem auf der wichtigsten Raffinerie des Landes in Százhalombatta ein Großbrand ausgebrochen war. Laut dem Entwurf soll das Land auf mögliche Versorgungsengpässe reagieren können. Das Projekt steht im Zusammenhang mit den jüngst von den USA verhängten Sanktionen gegen russische Energiekonzerne, von denen Ungarn stark abhängig ist.
Orbán will Trump von Ausnahme überzeugen
Premierminister Viktor Orbán erklärte, dass er am 7. November 2025 im Weißen Haus mit Präsident Donald Trump zusammentreffen werde, um eine Ausnahmegenehmigung für Ungarn zu erreichen. Diese würde es Budapest ermöglichen, weiterhin russisches Öl und Erdgas zu kaufen, trotz der von Washington eingeführten Sanktionen gegen russische Energiekonzerne.
Ungarn bleibt stark von russischer Energie abhängig
Ungarn zählt weiterhin zu den am stärksten von russischen Energielieferungen abhängigen Ländern der EU. Im Jahr 2024 importierte Budapest rund 74 Prozent seines Erdgases und 86 Prozent seines Rohöls aus Russland. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds könnte der Verzicht auf russische Energie Ungarn mehr als 4 Prozent seines BIP kosten. Die Regierung hat bislang keinen konkreten Plan zur Diversifizierung ihrer Energiequellen vorgelegt, was in den USA und der EU auf Kritik stößt.
Energiesicherheit und politische Spannungen in der EU
Während andere EU-Länder alternative Energiequellen erschließen, bleibt Ungarn auf russische Lieferungen angewiesen. Der Brand in der Raffinerie Danube der MOL Nyrt. verdeutlicht die Verwundbarkeit der nationalen Infrastruktur und die Risiken mangelnder Diversifizierung. Washington und Brüssel erhöhen den Druck auf Budapest, seine Energiepolitik zu überdenken und sich stärker an die europäische Sanktionslinie anzupassen.


