Österreich befindet sich in einer Phase der wirtschaftlichen Stagnation, die von schwachem Wachstum, hoher Inflation und Problemen in der Industrie geprägt ist. Im Bezirk Korneuburg steigt die Arbeitslosigkeit weniger als im landesweiten Durchschnitt. Darüber berichtet Welt Stimme.
KORNEUBURG. Jutta Mattersberger, die Geschäftsstellenleiterin des AMS Korneuburg, äußerte sich zu den wirtschaftlichen Aussichten und rechnet für das Jahr 2026 vorsichtig mit einem Wirtschaftswachstum. Sie stellte jedoch fest, dass keine Entlastung für den Arbeitsmarkt in Sicht sei: „Es muss davon ausgegangen werden, dass auch im kommenden Jahr Arbeitsplätze (vor allem in der Industrie und im Handel) verloren gehen.“ Mattersberger betonte, dass der Bezirk Korneuburg von einem Branchenmix profitiere und Chancen für Arbeitsplätze in technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen, Green Jobs sowie in Gesundheits- und Sozialberufen sehe.
Großer Bedarf an Fachkräften
Die schlechte konjunkturelle Entwicklung hat spürbare Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen. Im Bezirk Korneuburg zeigt sich dies vor allem bei jungen Menschen (+13,7%) und Frauen (+4%). Die Arbeit des AMS Korneuburg im Jahr 2025 stand im Zeichen der Schadensbegrenzung: Im Ergebnis fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bezirk Korneuburg mit 0,4% niedriger aus als in den meisten Bezirken Niederösterreichs, so Mattersberger.
In Berufsgruppen, in denen bereits jetzt ein Fachkräftemangel herrscht, sieht die AMS-Geschäftsstellenleiterin keine rosige Zukunft. Besonders betroffen seien Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen sowie handwerkliche Fachkräfte (Elektro und technische Berufe, einschließlich Green Jobs). Auch in der Gastronomie, insbesondere im Kochberuf, wird ein zukünftiger Fachkräftebedarf in der Region Korneuburg prognostiziert.
Im Jahr 2025 konzentrierte sich das AMS Korneuburg auf die Verhinderung der Langzeitarbeitslosigkeit und die Fachkräftequalifizierung. Laut der Geschäftsstelle gelang dies durch intensive Vermittlungsarbeit, Bündelung der Ressourcen in der Beratung und hochwertige Qualifizierung.
Ein Ausblick
Für 2026 wird der Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit fortgesetzt. Zudem soll für die Generation 55 plus ein Förderpaket in Höhe von knapp neun Millionen Euro geschnürt werden, um die Arbeitsmarktintegration dieser Personengruppe zu unterstützen. Gleichzeitig sind 55 Millionen Euro für die Fachkräftequalifizierung im gesamten Bundesland vorgesehen. Da Frauen überdurchschnittlich in der Arbeitslosigkeit vertreten sind, werden mehr als 50% des Förderbudgets im kommenden Jahr für Frauen eingeplant.


