Der Leiterplattenhersteller AT&S hat unter der Führung des neuen Vorstandschefs Michael Mertin eine strategische Neuausrichtung in Richtung Rüstungsindustrie bekannt gegeben. Dieser Schritt soll das Unternehmen bis 2027 zurück in die Gewinnzone führen. Darüber berichtet Welt Stimme.
LEOBEN. AT&S wird künftig mit der Produktion von speziellen Leiterplatten und Chipträgermodulen (Substraten) für den Verteidigungssektor ins Rüstungsgeschäft einsteigen, gab CEO Michael Mertin im Rahmen der Technology Talks Austria vergangene Woche in Wien bekannt. Der neue AT&S-Vorstandschef, der sein Amt am 1. Mai antrat, begründet diesen Schritt mit der gestiegenen Nachfrage und der angespannten globalen Sicherheitslage, die den Markt für Rüstungsgüter boomen lässt.
Das Unternehmen hat sich laut Mertin nach einer Phase der Überinvestition und des harten Bremsens „neu sortiert“ und geht nun „aktiv“ auf potenzielle Kundinnen und Kunden zu. Dabei stoße man auf großes Interesse. Als Abnehmer kommen nicht nur europäische Nachbarn, sondern auch NATO-Staaten infrage. In kleinem Umfang sei man bereits vor einiger Zeit in diesem Segment tätig gewesen, nun stehe das Thema aber „so richtig auf der Agenda“.
Positive Entwicklungen
Die neue Strategie scheint an der Börse gut anzukommen: Die AT&S-Aktie verzeichnete nach der Bekanntgabe einen deutlichen Kursanstieg. Die heimischen Produktionsstandorte Leoben und Fehring laufen gut. In Leoben nimmt das neue Substrate-Werk, das als europäisches Unikum gilt, an Fahrt auf und es wurden zudem neue Arbeitsplätze geschaffen. Auch der Standort Fehring, der älteste des Unternehmens, läuft gut.


