Baschkortostan will restliche Bashneft-Beteiligung an Rosneft verkaufen

August 14, 2026 12:35
Baschkortostan will restliche Bashneft-Beteiligung an Rosneft verkaufen
Baschkortostan will restliche Bashneft-Beteiligung an Rosneft verkaufen

Die Regierung der russischen Republik Baschkortostan will ihren verbliebenen Anteil am Ölkonzern Bashneft an Rosneft verkaufen. Das erklärte der baschkirische Republikchef Radi Chabirow am 13. August 2026. Die Einnahmen sollen nach seinen Angaben dazu beitragen, bestehende Verpflichtungen des Gebiets zu erfüllen und neue Bau- und Infrastrukturprojekte zu beginnen.

Der Verkauf ist der zweite Schritt zum Rückzug der Regionalregierung aus dem Aktionariat von Bashneft. Nach dem Bericht über die geplante Veräußerung des verbliebenen Aktienpakets hatte die Republik bereits zuvor einen Teil ihrer Beteiligung an Rosneft abgegeben.

Defizit im Regionalbudget

Nach Angaben des regionalen Finanzministeriums wurde der Haushalt Baschkortostans im ersten Halbjahr 2026 mit einem Defizit von 17,1 Milliarden Rubel abgeschlossen. Das entspricht 70,7 Prozent des für das gesamte Jahr vorgesehenen Defizits. Chabirow erklärte, die Einnahmen aus dem Aktienverkauf würden der Republik ermöglichen, bestimmte finanzielle Verpflichtungen zu schließen und zugleich Arbeiten an neuen Objekten aufzunehmen.

Die Ankündigung wurde an der Moskauer Börse unmittelbar registriert. Die Vorzugsaktien von Bashneft verloren zunächst rund sechs Prozent. Im Tagesverlauf erreichte der Kursrückgang zeitweise 8,6 Prozent. Die Marktreaktion erfolgte nach der Mitteilung über den geplanten Verkauf des verbliebenen regionalen Aktienpakets.

Der Schritt erfolgt in einer angespannten Haushaltslage. In den vorliegenden Angaben wird auf hohe Kreditkosten und die begrenzten Finanzierungsmöglichkeiten der Republik verwiesen. Zugleich muss Baschkortostan laufende Ausgaben und soziale Verpflichtungen erfüllen. Die Regionalregierung will mit dem Verkauf kurzfristig zusätzliche Mittel mobilisieren.

Erster Teil des Pakets im Juni verkauft

Dass Baschkortostan den ersten Teil seiner Beteiligung an Bashneft verkauft hatte, gab der republikanische Ministerpräsident Andrej Nasarow Anfang Juni bekannt. Der Wert dieser Transaktion wurde mit 14,8 Milliarden Rubel angegeben. Nun soll der zweite und verbliebene Teil des regionalen Pakets an Rosneft gehen.

Bis zur Mitte des Jahres 2026 hielt die Republik einen blockierenden Anteil von 25 Prozent plus einer Aktie an Bashneft. Das Paket umfasste 44,4 Millionen Aktien. Davon entfielen 38,1 Millionen auf Stammaktien und 6,3 Millionen auf Vorzugsaktien. Mit der Veräußerung verliert die Regionalregierung diese Beteiligung an dem Unternehmen.

Rosneft war bereits vor dem geplanten Verkauf der größte Anteilseigner von Bashneft. Der russische Ölkonzern hielt 57,66 Prozent des Grundkapitals. Weitere 4,41 Prozent lagen bei der Gesellschaft Bashneft-Invest. Die beiden Unternehmen und die Regionalverwaltung gehörten damit zu den größten Aktionären des Konzerns.

Ölverarbeitung im Norden Ufas

Zu Bashneft gehört ein bedeutender Ölverarbeitungs- und petrochemischer Komplex im Norden der baschkirischen Hauptstadt Ufa. Zu ihm zählen die Unternehmen Bashneft-UNPZ, Bashneft-Ufaneftekhim und Bashneft-Novoil. Ihre gemeinsame Verarbeitungskapazität wird mit 23,5 Millionen Tonnen pro Jahr angegeben.

Die Beteiligung der Republik war mit diesem Industriekomplex und den wirtschaftlichen Aktivitäten von Bashneft verbunden. In den vorliegenden Angaben wird darauf verwiesen, dass die Aktiengesellschaft über viele Jahre Dividenden und Steuerzahlungen an die Republik geleistet habe. Diese Einnahmen wurden für Infrastrukturvorhaben und soziale Verpflichtungen verwendet.

Mit dem vollständigen Verkauf des verbliebenen Pakets verfügt Baschkortostan künftig über keinen blockierenden Anteil an Bashneft mehr. Die Regionalregierung gibt damit eine Beteiligung auf, die ihr bisher eine Position im Aktionariat des Ölkonzerns sicherte. Nach Abschluss der Transaktion wird Rosneft seinen Einfluss auf das Unternehmen weiter ausbauen.

Welche konkreten Bedingungen für den zweiten Verkauf vereinbart wurden, wurde in den vorliegenden Angaben nicht genannt. Offen blieb auch, zu welchem Preis die verbleibenden Stamm- und Vorzugsaktien übertragen werden sollen. Fest steht, dass die Republik ihre Bashneft-Beteiligung schrittweise reduziert und die Einnahmen zur Finanzierung des Regionalhaushalts einsetzen will.

Die Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem das Haushaltsdefizit Baschkortostans für das erste Halbjahr bereits einen erheblichen Teil des Jahresplans erreicht hat. Die weitere Abwicklung des Verkaufs soll nun die finanziellen Spielräume der Republik kurzfristig erweitern.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Yachtbroker verklagt Revolut-Gründer Storonsky auf 17,5 Millionen Euro Provision
Vorheriger artikel

Yachtbroker verklagt Revolut-Gründer Storonsky auf 17,5 Millionen Euro Provision

Kauf von Wanderschuhen: Experten geben Tipps für optimale Auswahl in Salzburg
Nächster artikel

Kauf von Wanderschuhen: Experten geben Tipps für optimale Auswahl in Salzburg

Nicht verpassen