Der Yachtbroker Cecil Wright & Partners hat den Gründer des europäischen Fintech-Unternehmens Revolut, Nik Storonsky, vor dem High Court in London auf rund 17,5 Millionen Euro Provision verklagt. Im Zentrum des Verfahrens steht der behauptete Kauf einer Superyacht im Wert von etwa 350 Millionen Euro.
Der Broker wirft Storonsky vor, eine von ihm vermittelte Geschäftsmöglichkeit genutzt und den Kauf anschließend direkt mit dem Eigentümer abgeschlossen zu haben. Die vereinbarte Provision sei dadurch nicht gezahlt worden, argumentiert Cecil Wright & Partners. Vertreter Storonskys weisen die Forderung zurück und bezeichnen die Klage als unbegründet.
Streit über die Rolle des Brokers
Nach Darstellung von Cecil Wright & Partners hatte das Unternehmen die Yacht zunächst gefunden und dem potenziellen Käufer vorgestellt. Der Broker macht damit geltend, einen wesentlichen Beitrag zum Zustandekommen der späteren Transaktion geleistet zu haben.
Die entscheidende Frage für das Londoner Gericht lautet nun, ob Cecil Wright & Partners trotz des direkten Abschlusses Anspruch auf die geforderte Vergütung hatte. Dabei geht es auch darum, welche konkrete Rolle die Tätigkeit des Brokers bei der Anbahnung und Abwicklung des Geschäfts gespielt hat.
Der Streit betrifft nach Angaben des Brokers eine Transaktion mit einem Wert von ungefähr 350 Millionen Euro. Die geltend gemachte Provision beläuft sich auf rund 17,5 Millionen Euro. Die beiden Beträge bilden den finanziellen Kern des Verfahrens, über dessen Ausgang das Gericht noch nicht entschieden hat.
Patrick Dovigi als weiterer Beteiligter
In den Gerichtsunterlagen wird außerdem der kanadische Unternehmer und frühere professionelle Eishockeyspieler Patrick Dovigi genannt. Nach der Darstellung von Cecil Wright & Partners war Dovigi Eigentümer der Yacht und an der Transaktion beteiligt.
Welche rechtliche Bedeutung seine Rolle im Verfahren hat, soll im Zuge der gerichtlichen Prüfung geklärt werden. Die vorliegenden Angaben beschreiben Dovigi als denjenigen, der nach Position des Brokers mit dem Eigentum an der Yacht und der betreffenden Transaktion verbunden war.
Storonskys Vertreter bestreiten die Ansprüche des Yachtbrokers. Eine Entscheidung des High Court in London liegt bisher nicht vor. Damit ist auch nicht abschließend geklärt, ob zwischen den Beteiligten eine provisionspflichtige Vermittlungsleistung vereinbart wurde und ob die Voraussetzungen für die geforderte Zahlung erfüllt sind.
Hohe Summen im Markt für Superyachten
Der Fall verbindet einen Streit über eine Vermittlungsprovision mit dem Kauf eines der teuersten Schiffe, die in dem Ausgangsmaterial genannt werden. Der Kaufpreis von rund 350 Millionen Euro und die Forderung von 17,5 Millionen Euro verleihen dem Verfahren eine ungewöhnliche finanzielle Dimension.
Für das Londoner Verfahren ist jedoch nicht allein die Höhe der Beträge maßgeblich. Im Mittelpunkt steht ein verbreitetes Problem bei Vermittlungsgeschäften: Es muss geklärt werden, ob ein Kunde nach einer Einführung durch einen Broker direkt mit dem Eigentümer verhandeln und den Vertrag abschließen kann, ohne die zuvor erwartete Provision zu zahlen.
Cecil Wright & Partners argumentiert, dass die eigene Tätigkeit die Yacht überhaupt erst mit dem potenziellen Käufer zusammengebracht habe. Storonskys Seite hält dem entgegen, dass die daraus abgeleitete Forderung nicht begründet sei. Welche Darstellung rechtlich trägt, soll das Gericht anhand der Vertrags- und Kommunikationsunterlagen sowie der konkreten Abläufe der Transaktion prüfen.
Der Streit spielt sich in einem Markt ab, in dem Transaktionen mit Superyachten häufig unter großer Vertraulichkeit abgewickelt werden. Im vorliegenden Fall sind die beteiligten Namen, der Kaufpreis und die geforderte Provision dennoch Gegenstand eines öffentlichen Gerichtsverfahrens in London.
Verfahren ohne Entscheidung
Storonsky zählt zu den bekanntesten Gründern eines europäischen Fintech-Unternehmens. Revolut bedient nach den Angaben im Ausgangsmaterial mehrere Dutzend Millionen Kunden weltweit. Die Klage richtet sich jedoch gegen Storonsky im Zusammenhang mit dem Yachtgeschäft und betrifft nicht den operativen Betrieb von Revolut.
Das Gericht muss nun die Ansprüche des Brokers und die Zurückweisung durch Storonskys Vertreter gegenüberstellen. Eine rechtskräftige Feststellung darüber, wer die Transaktion vermittelt hat und ob daraus ein Anspruch auf 17,5 Millionen Euro entstanden ist, steht noch aus.
Das Verfahren vor dem High Court in London wird damit zunächst die rechtliche Grundlage der Provisionsforderung und den Ablauf des umstrittenen Yachtkaufs betreffen.


