Bilanz 2025 und Ausblick 2026: Wirtschaftsstandort Tirol zeigt positive Tendenzen

Jänner 30, 2026 11:27
Bilanz 2025 und Ausblick 2026: Wirtschaftsstandort Tirol zeigt positive Tendenzen

Positive Aussichten für Tirols Wirtschaft: „Financial Outlook 2026“ bringt optimistische Einschätzungen

INNSBRUCK. Beim „Financial Outlook 2026“, einer Kooperationsveranstaltung der Wirtschaftskammer Tirol sowie des Wirtschaftsforums der Führungskräfte, trafen sich Führungskräfte der Tiroler Wirtschaft zu einem Business Breakfast. Die Verantwortlichen konnten ein großes Interesse an der Frage verzeichnen: „Wie geht es dem Wirtschaftsstandort Tirol?“ Sybille Regensberger, Obfrau der Sparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer Tirol, äußerte sich optimistisch über die Entwicklungen für das kommende Wirtschaftsjahr. Hubert Schenk, Landesvorsitzender des Wirtschaftsforums, hob die Bedeutung des zehnjährigen Jubiläums der Veranstaltung hervor und freute sich auf den Austausch mit Experten. Darüber berichtet Welt Stimme.

Experten bieten Einblicke

Stefan Garbislander, Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik & Strategie der WK Tirol, präsentierte das aktuelle Konjunkturbarometer, während Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria, die Entwicklung der Weltwirtschaft analysierte. Beide Experten stellten eine leichte Erholung und eine positive Stimmung innerhalb der Tiroler Wirtschaft fest: „Die Tiroler Wirtschaft zeigt wieder spürbare Erholungstendenzen. Der Pessimismus geht zurück, doch die Skepsis überwiegt weiterhin. Für das laufende Jahr wird ein reales Wirtschaftswachstum von rund 1,5 Prozent erwartet.“

Momentum der Skepsis

Laut Garbislander lassen sich einige positive Entwicklungen im aktuellen Konjunkturbarometer erkennen. Trotz der allgemein hohen Teuerung verzeichnet die Tourismusbranche eine stabilen Nachfrage im gehobenen Segment. Auch die Industrie zeigt sich erholt und vermeldet einen Anstieg des Geschäftsklimas um knapp 57 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Normalisierte Lieferketten und sinkende Energiekosten wirken sich positiv aus, auch wenn hohe Arbeitskosten weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit belasten. Der Bereich Information und Consulting zeigt sich robust, getragen von steigender Nachfrage und fortschreitender Digitalisierung. Erste positive Impulse sind zudem aus dem Handel zu erkennen, was auf eine langsame Erholung des privaten Konsums hinweist. Unter Druck stehen nach wie vor das Gewerbe, der Verkehrssektor und besonders die Bauwirtschaft, die sich zwar um rund 32 Prozentpunkte verbessert hat, jedoch weiterhin im negativen Bereich bleibt.

Auftragslage gut, Erwartungen vorsichtig

Die aktuelle Auftragslage präsentiert sich gemischt. Während Tourismus und Information & Consulting mit einem Plus von 30 und 27 Prozent an der Spitze liegen, verzeichnet die Industrie lediglich ein Plus von 15 Prozent, und die Bauwirtschaft liegt mit minus zwei Prozent leicht im negativen Bereich. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate fallen hingegen deutlich vorsichtiger aus. In den klassischen Branchen sind sie spürbar niedriger als die aktuelle Lage. Nur technologie- und wissensbasierte Dienstleistungen sowie der Verkehrsbereich zeigen eine positive Entwicklung.

Hohe Kosten als größte Belastung

Als Hauptbelastungsfaktoren sehen 78 Prozent der Unternehmen die hohen Arbeitskosten. Bürokratische Hürden und regulatorische Anforderungen belasten 66 Prozent, gefolgt von Steuern und Abgaben mit 63 Prozent und Energiekosten mit 51 Prozent. Der Mangel an Arbeitskräften bleibt mit 48 Prozent ein zentrales Thema. Probleme in den Lieferketten spielen hingegen mit nur fünf Prozent eine untergeordnete Rolle. Garbislander betont: „Die Tiroler Betriebe kämpfen vor allem mit hohen Standortkosten und administrativen Hürden. Bürokratieabbau und eine Senkung der Abgabenlast sind entscheidend, damit die Erholung nachhaltig wird.“

Ausblick auf 2026

Für 2026 zeigt sich unter den Tiroler Leitbetrieben eine merkliche Aufhellung der Stimmung. Der Anteil der Pessimisten sinkt von über 40 auf rund 25 Prozent, während der Anteil der Optimisten auf 17 Prozent steigt – der höchste Wert seit Beginn der Energiekrise. Dennoch bleibt die Skepsis vorherrschend. So rechnet die Wirtschaftskammer Tirol für 2026 mit einem realen Wirtschaftswachstum von rund 1,5 Prozent, sofern geopolitische Turbulenzen ausbleiben. Garbislander schließt mit den Worten: „Die Ausgangslage hat sich deutlich verbessert. Nun gilt es, diese Aufhellung durch gezielte Maßnahmen zu festigen und in eine nachhaltige Aufwärtsbewegung zu überführen.“

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