Burgenländischer Weinbau: Herausforderungen durch Rebzikade und neue Gesetzesänderungen in Donnerskirchen

März 4, 2026 17:07
Burgenländischer Weinbau: Herausforderungen durch Rebzikade und neue Gesetzesänderungen in Donnerskirchen

Burgenländische Winzer diskutieren Herausforderungen beim Weinbautag 2026

Im Rahmen des Weinbautages 2026 versammelten sich Burgenlands Winzerinnen und Winzer im Martinsschlössl in Donnerskirchen, um drängende Themen wie den schwächelnden Weinabsatz, die Ausbreitung der Rebzikade und neue Regelungen im Weinbaugesetz zu erörtern. Darüber berichtet Welt Stimme.

DONNERSKIRCHEN. Die burgenländischen Weinbauern stehen weiterhin unter Druck durch schwierige internationale Rahmenbedingungen und zunehmenden Wettbewerbsdruck. Weinabsatz bleibt unzufriedenstellend. Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld versicherte jedoch, dass es „wieder ein bisschen bergauf“ gehe. Marketingmaßnahmen zeigen positive Entwicklungen, bedingt durch die Implementierung von „Wein Burgenland“. Dies ermöglicht ein Budget von rund 750.000 Euro für Marketingzwecke, um die Weinwirtschaft zu fördern.

Ein zentraler Punkt ist die Steigerung der Wertschöpfung innerhalb der Betriebe und die vereinfachte Präsentation von Wein im Vertrieb. Konsumenten wünschen sich „einfach ein gutes Glas Wein“ und möchten nicht mit komplexen Lagenbezeichnungen konfrontiert werden, so Liegenfeld. Um im Wettbewerb mit Bier und Spirituosen bestehen zu können, müsse Wein verständlicher positioniert werden. Angesichts sich verändernder Konsumgewohnheiten sei erforderlich, Weinanbauflächen anzupassen; nicht jeder Hektar sei wirtschaftlich sinnvoll.

Rebzikade stellt ernsthafte Bedrohung dar

Die sogenannte Goldgelbe Vergilbungs-krankheit, ausgelöst durch die amerikanische Rebzikade, bereitet den Winzern große Sorgen. Liegenfeld betonte: „Die Rebkrankheit ist nicht heilbar, eine Behandlung ist daher nicht möglich. Einzig die Bekämpfung des Überträgers kann eine weitere Ausbreitung verhindern.“ Winzer Thomas Kopfensteiner berichtete von den Auswirkungen im Südburgenland, wo die Lage als „fünf nach zwölf“ bezeichnet wird. Im Unterschied dazu sei die Situation im Norden noch besser, jedoch bereits kritisch.

Kopfensteiner warnte, dass anfängliche Bagatellisierung der Problematik gravierende Folgen hat: „Sechs Jahre alte Weingärten auf einer Fläche von einem Hektar liefern nur mehr 2.000 Kilogramm Trauben.“ Dringend erforderlich sei die Einhaltung von Hygienemaßnahmen, und kranke Stöcke sind sofort zu entfernen. „Wenn ihr glaubt, die Krankheit kommt nicht zu euch hinauf, werdet ihr euch noch wundern“, appellierte Kopfensteiner an die Vernunft seiner Kollegen aus dem Norden.

Zur Verhinderung weiterer Ausbreitung sei der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln laut Liegenfeld unausweichlich: „Wir haben dieses handwerkliche Werkzeug, also warum sollten wir es nicht einsetzen?“ Jedes Entscheidung gegen die Behandlung könnte einen wichtigen wirtschaftlichen Sektor gefährden.

Weinwirtschaft muss sich anpassen

Bei der Diskussion wurde auch die neue Klassifikation für die Herkunft burgenländischer Weine thematisiert. Stefan Kast vom Weinbauverband Österreich, ehemaliger Büroleiter von Liegenfeld, erläuterte den Winzern die neue Regelung. Zukünftig sollen sogenannte Erzeugervereinigungen die etablierten Weinkomitees ersetzen und Herkunft, Qualität und Produktspezifikation festlegen. Am Mittwoch wurde bereits ein erster Schritt zur Gründung einer burgenländischen Erzeugervereinigung umgesetzt, wobei für jede DAC-Region eine eigene Erzeugergemeinschaft erforderlich sein wird.

Die damit verbundenen Reformen des österreichischen Weinbaugesetzes werden derzeit im Nationalrat beraten und sollen zukünftig mehr auf EU-Recht abgestimmt werden. Liegenfeld betonte, dass die Weinwirtschaft vor einer Zeitenwende stehe und jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen werden müssen.

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