Denkmalamt verhindert Photovoltaik-Anlage in Schloss Steyregg bei Linz

Juni 17, 2026 06:20
Denkmalamt verhindert Photovoltaik-Anlage in Schloss Steyregg bei Linz

Denkmalamt lehnt Photovoltaikanlage am Schloss Steyregg ab

STEYREGG. Der Schlossherr Niklas Salm-Reifferscheidt wollte das beschädigte Dach des Rossstalls des Schlosses Steyregg durch eine In-Dach-Photovoltaikanlage ersetzen, scheiterte jedoch am Denkmalamt.

Nach Hagel- und Sturmschäden am alten Eternit-Dach plante Salm-Reifferscheidt eine Lösung der Kefermarkter Firma Nimmervoll-2 Dach GmbH, die eine Dachintegrierte Photovoltaikanlage mit dem Aussehen eines Blechfalzdachs ermöglichen sollte. Diese Art der Photovoltaikanlage wurde zuvor bereits auf einem Hausdach innerhalb der Kernzone des Weltkulturerbes in Salzburg genehmigt.

Das Denkmalamt wies den Antrag von Salm-Reifferscheidt zurück und forderte stattdessen zunächst die Eindeckung mit Lärchenschindeln. Eine nachfolgende Genehmigung sah lediglich die Verwendung von Kupferblech für ein Blechfalzdach vor. Das Dach wurde letztlich wieder mit Eternittafeln eingedeckt, während die integrierte Photovoltaiklösung abgelehnt wurde. Landeskonservator Daniel Resch erklärte dazu, dass die Oberflächenstruktur der vorgeschlagenen PV-Module eine „stark wahrnehmbare Veränderung“ zur bestehenden Umgebung dargestellt hätte.

Salm-Reifferscheidt kritisierte die Entscheidung des Denkmalamts und wies darauf hin, dass das Dach aus der Nähe nicht sichtbar sei und aus größerer Entfernung kein Unterschied erkennbar sei. Er bezeichnete die Berechtigung der strengen Vorgaben als „lächerlich“ und hinterfragte die individuelle Entscheidungsfreiheit der Behördenvertreter.

Er verweist darauf, dass in Europa bedeutendere Gebäude existieren, bei denen der Denkmalschutz nicht so eng ausgelegt werde. Salm-Reifferscheidt appellierte an eine Regelung, die den Denkmalschutz mit den Bedürfnissen an erneuerbare Energien in Einklang bringt, unter Berufung auf die EU-Richtlinie zur Energieeffizienz von Gebäuden (EPBD).

Die Behörde hielt dagegen, dass die Entscheidungen auf wissenschaftlichen Grundlagen basierten und objektiven Kriterien folgten. Zudem wurde Salm-Reifferscheidt eine Alternative zur Errichtung einer Photovoltaikanlage an einer anderen Stelle im Schloss angeboten, was er jedoch als unpraktisch ansieht.

Einordnung

Die Ablehnung der Photovoltaikanlage am Schloss Steyregg verdeutlicht die Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Denkmalschutz und erneuerbaren Energien. Dies könnte Auswirkungen auf zukünftige Projekte im Bereich der solar gerechten Sanierungen historischer Gebäude haben.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

WM-Liveticker: Aktueller Stand im Spiel Österreich gegen Jordanien
Vorheriger artikel

WM-Liveticker: Aktueller Stand im Spiel Österreich gegen Jordanien

Burg Gars am Kamp als kulturelles Erbe zwischen Natur und Falco-Geschichte erforscht
Nächster artikel

Burg Gars am Kamp als kulturelles Erbe zwischen Natur und Falco-Geschichte erforscht

Nicht verpassen