Vorwürfe gegen das Explorer Hotel in Neustift
NEUSTIFT. Die Gewerkschaft vida und der ÖGB Tirol haben schwere Vorwürfe gegen das Explorer Hotel in Neustift erhoben, nachdem es am Mittwoch zu einem Vorfall während der Betriebsratswahl kam.
Laut einer Pressemitteilung der Gewerkschaften soll die Hotelleitung versucht haben, die Gründung eines Betriebsrats durch Einschüchterung zu verhindern. Vorgeworfen werden unter anderem die Kündigung eines engagierten Betriebsratskandidaten sowie der Einsatz der Polizei gegen den Wahlvorstand. Die Wahl musste zwar vorzeitig beendet werden, konnte jedoch rechtmäßig durchgeführt werden.
Die Gewerkschaft vida berichtet, dass bereits vor den Ereignissen Vorbereitungen zur Gründung eines Betriebsrats mit 16 Mitarbeitern getroffen wurden. Ein Mitarbeiter, der aktiv sein wollte, verlor ohne Angabe von Gründen seinen Job. Weitere Mitarbeiter seien ebenfalls unter Druck gesetzt worden. Während der Wahl wurde die Polizei verständigt, um den Wahlvorstand aus dem Hotel zu entfernen, wie von der Polizeiinspektion Neustift bestätigt. Trotz der Einschüchterungsversuche fand die Wahl mit hoher Beteiligung statt.
Die Vorfälle wurden von Tirols ÖGB-Landesvorsitzender Sonja Föger-Kalchschmied als „Angriff auf die demokratischen Rechte von Arbeitnehmern“ verurteilt. Der ÖGB fordert schon länger rechtliche Konsequenzen für derartige Fälle. Herbert Frank, Landesvorsitzender der Gewerkschaft vida Tirol, betont, dass diese Reaktionen die Notwendigkeit eines Schutzes für Beschäftigte unterstreichen.
Der Vorfall sorgt nicht nur in Tirol, sondern auch bundesweit für Aufsehen. ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian fordert ebenfalls rechtliche Maßnahmen gegen solche Einschüchterungen und kritisiert, dass Verstöße in Österreich oft folgenlos bleiben. Die Hotelleitung des Explorer Hotels wurde um eine Stellungnahme gebeten, reagierte jedoch bislang nicht.
Einordnung
Diese Vorkommnisse könnten weitreichende Konsequenzen für die Arbeitsbedingungen und die Rechte der Arbeitnehmer im Tourismussektor in Österreich haben. Die Forderung nach rechtlichen Strafen könnte zu einer Stärkung der Mitbestimmung der Beschäftigten führen und zukünftige Einschüchterungsversuche effektiver erschweren.


