Fachtag „Wald & Holz“ in Edelhof: 3.000. Forstfacharbeiter geehrt und innovative Bewirtschaftungsansätze diskutiert

November 11, 2025 19:13
Fachtag „Wald & Holz“ in Edelhof: 3.000. Forstfacharbeiter geehrt und innovative Bewirtschaftungsansätze diskutiert

Der alljährliche Fachtag „Wald & Holz“ an der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Edelhof widmete sich in diesem Jahr erneut aktuellen forstpolitischen Themen, innovativen Bewirtschaftungsansätzen und feierte einen besonderen Meilenstein: Der 3.000ste Forstfacharbeiter hat in Edelhof seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und wurde beim diesjährigen Fachtag geehrt.
Darüber berichtet Welt Stimme.

EDELHOF. Der Fachtag stellte die Herausforderungen und Entwicklungen in der Forstwirtschaft in den Mittelpunkt. Die Veranstaltung betonte die fortwährenden Bemühungen um die Förderung der forstlichen Ausbildung in Niederösterreich, wo jährlich rund 140 Forstfacharbeiterinnen und -arbeiter sowie 15 Forstwirtschaftsmeisterinnen und -meister ausgebildet werden.

Über 3.000 Ausgebildete

Andrea Wagner, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, betonte: „Der Edelhof steht für Kompetenz, Engagement und Praxisnähe. Dass wir heute bereits über 3.000 ausgebildete Forstfacharbeiterinnen und -facharbeiter am Edelhof feiern dürfen, ist ein eindrucksvoller Beweis für die Kontinuität und Qualität in der forstlichen Ausbildung.“

Die Direktorin der LFS Edelhof, Michaela Bauer-Windischhofer, hob hervor, dass die Schule seit Jahrzehnten als Kompetenzzentrum für forstliche Ausbildung im Waldviertel agiert. „Wir verbinden theoretisches Wissen mit praktischer Erfahrung und bilden junge Menschen aus, die Verantwortung für den Wald und seine Zukunft übernehmen“, sagte sie. Der 3.000ste Forstfacharbeiter, Stefan Tauber aus Groß Gerungs, wurde an diesem Tag besonderen Ehrungen unterzogen.

Aktuelle Fachvorträge im Fokus

Das Programm des Fachtags umfasste eine Vielzahl von hochkarätigen Referenten. Peter Herbst, Jurist und Forstsachverständiger, eröffnete die Reihe mit einem Vortrag über „Wegerecht und Grenzstreitigkeiten im Wald“, ein Thema von zentraler Bedeutung im Waldviertel. Die komplexen Eigentümerstrukturen in der Region erschweren eine effiziente Nutzung und Pflege der Waldbestände.

Darüber hinaus behandelte Martin Exenberger, Förster der Ernsthof Forstverwaltung GmbH, die „Laubholzbewirtschaftung“ und demonstrierte anhand praktischer Beispiele, wie die Nutzung unterschiedlicher Laubholzarten zur ökologischen Stabilisierung und wirtschaftlichen Aufwertung der Wälder beitragen kann.

Die Herausforderungen der Klimaerwärmung, einschließlich Trockenheit und umfangreicher Borkenkäferbefälle, stellen die Waldbesitzer:innen vor immense Aufgaben in Bezug auf Aufforstung und Bestandspflege. Um künftigen Totalausfällen entgegenzuwirken, hat sich der Trend hin zu Mischwäldern als zentrale Strategie gegen die Auswirkungen des Klimawandels etabliert. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich fördert proaktiv die Etablierung von Mischwäldern mit Laubholz und bietet umfassende Weiterbildungsangebote in allen Bezirken an.

Abschließend informierte Werner Löffler, Forstdirektor der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, über den aktuellen Stand der EU-Entwaldungsverordnung sowie der Verordnung zur Wiederherstellung der Natur, die derzeit zentrale Themen der forstpolitischen Diskussion in ganz Europa darstellen.

Der Wald als Lebens- und Wirtschaftsraum

„Immer mehr Menschen erkennen, dass der Wald weit mehr ist als eine Rohstoffquelle. Er ist Lebensraum, Erholungsraum und zugleich Wirtschaftsfaktor“, betonte Andrea Wagner. Sie wies darauf hin, dass angesichts unterschiedlicher Interessen von Grundeigentümer:innen, Freizeitnutzer:innen und verschiedenen Bewirtschaftungsformen regelmäßig Konflikte entstehen. Veranstaltungen wie dieser Fachtag seien umso wichtiger, um Verständnis und Dialog zu fördern.

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