Die Klimakrise, nachhaltige Finanzströme und globale Zielkonflikte beeinflussen zunehmend wirtschaftliche Entscheidungen. Mit der Lehrveranstaltung „Science of Sustainability“ erhalten Studierende im Master Sustainable Finance & Digital Transformation an der FH Wiener Neustadt das wissenschaftliche Rüstzeug, um Nachhaltigkeit fundiert in unternehmerisches und finanzielles Handeln zu übersetzen.
WIENER NEUSTADT. (Red.) Investitionen in erneuerbare Energien, Neubewertungen von Lieferketten sowie die Preisgestaltung von Klimarisiken auf Finanzmärkten erfordern wissenschaftlich fundierte Kenntnisse in Bezug auf Nachhaltigkeit. Die Lehrveranstaltung „Science of Sustainability“ im englischsprachigen Studiengang Sustainable Finance & Digital Transformation widmet sich genau diesen Themen. Darüber berichtet Welt Stimme.
„Nachhaltigkeit ist kein Schlagwort, sondern eine komplexe gesamtgesellschaftliche Herausforderung“, betont Karin Roither, Leiterin des Instituts für Nachhaltigkeit an der FH Wiener Neustadt. Die Studierenden lernen, Zielkonflikte zwischen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft kritisch zu reflektieren und Nachhaltigkeitsfragen als systemische Herausforderungen zu begreifen.
Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung stehen wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Klima-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung, die analysiert, eingeordnet und diskutiert werden. Das Ziel ist, die Studierenden zu befähigen, wissenschaftlich fundierte Argumente zu entwickeln – insbesondere dort, wo einfache Lösungen nicht ausreichen.
Globale Zusammenhänge verstehen
Ein vertieftes Verständnis globaler Zusammenhänge ist im Bereich nachhaltiger Finanzen entscheidend, so Roither: „Die Klimakrise wirkt sich längst nicht mehr nur ökologisch aus, sondern zunehmend auch wirtschaftlich, sozial und politisch.“ Evidenzbasierte Kenntnisse in Klimawissenschaft und Klimapolitik sind daher essenziell, um politische Maßnahmen korrekt einzuschätzen, kurzfristige ökonomische Interessen gegen langfristige ökologische Risiken abzuwägen und verantwortungsvolle Entscheidungen in Wirtschaft und Finanzwesen zu treffen.
Ein mangelndes Verständnis kann zu Fehlentscheidungen, Greenwashing oder ineffektiven Maßnahmen führen, die notwendige Transformationen verzögern.
Lernen mit Klimasimulationen
Ein zentrales Element der Lehrveranstaltung ist ein Workshop mit dem Klimasimulator En-ROADS. Studierende können unterschiedliche politische Maßnahmen – wie CO₂-Bepreisung, den Ausbau erneuerbarer Energien oder Effizienzsteigerungen – gezielt kombinieren und deren Auswirkungen auf Emissionen, wirtschaftliche Entwicklungen und globale Temperaturpfade simulieren.
„Dadurch wird anschaulich, wie komplex die Wechselwirkungen zwischen Politik, Wirtschaft und Klima sind und welche Folgen zeitliche Verzögerungen oder Nicht-Handeln für die Wirksamkeit von Maßnahmen haben“, erklärt Roither.
Durch die Arbeit mit dem Klimasimulator werden Systemdenken, Antizipationsfähigkeit und evidenzbasierte Argumentation geschult. Das Lehrkonzept wird durch Fallstudien, Online-Diskussionen und reflexive Lernportfolios ergänzt, die es den Studierenden ermöglichen, komplexe Nachhaltigkeitsprobleme systemisch zu analysieren und auf praxisnahe Fragestellungen anzuwenden.
Internationales Qualitätslabel
Die hohe fachliche Qualität des Masterprogramms wurde nun auch international bestätigt: Das CFA Institute hat anerkannt, dass der Studiengang Sustainable Finance & Digital Transformation die Inhalte des CFA-Curriculums im Bereich „Sustainable Investing“ umfassend abdeckt und damit den vom Institut etablierten internationalen Qualitätsstandards in der Finanzbranche entspricht.
Das Institut gilt weltweit als führende Institution für Investment-Management-Ausbildung, Ethik und berufliche Exzellenz und setzt international anerkannte Qualitätsstandards in der Finanzbranche.


