Frauen im Fokus: Nur fünf Straßen in Purkersdorf nach Frauen benannt

März 9, 2026 17:37
Frauen im Fokus: Nur fünf Straßen in Purkersdorf nach Frauen benannt

Frauen rücken ins Rampenlicht: Stadt Purkersdorf hebt historische Leistungen hervor

PURKERSDORF. Am 7. März 2025 fand in Purkersdorf ein „Frauenrundgang“ anlässlich des Internationalen Frauentages statt, organisiert von den Frauenvorsitzenden der SPÖ, Beatrix Kaukal und Lydia Mondl. Die Veranstaltung zielte darauf ab, die bedeutenden Beiträge von Frauen in der Stadt hervorzuheben und darauf hinzuweisen, dass von 103 Straßen lediglich fünf nach Frauen benannt sind. „Wir müssen die Leistungen von Frauen stärker würdigen und sie künftig bei Straßenbenennungen stärker berücksichtigen“, so die Organisatorinnen. Darüber berichtet Welt Stimme.

Die Teilnehmerzahl des Rundgangs betrug rund 50 Personen und startete am Fürstenbergbrunnen, wobei sie mehrere bedeutende Stationen der Stadt besuchten. Der Fokus lag auf der Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Raum und der Erinnerung an Frauenrechtlerinnen wie Rosa Mayreder und Hildegard Jone, sowie die Geschichte von Margarethe Ottillinger, die als Konsulentin im Wirtschaftsministerium während des Kalten Krieges verhaftet wurde und sieben Jahre in sowjetischer Gefangenschaft verbrachte.

Wirtschaftliche Bedeutung von Unternehmerinnen

Der Wirtschaftsbund Purkersdorf stellte im Rahmen der Veranstaltung die Rolle von Unternehmerinnen in der heutigen Gesellschaft in den Vordergrund. In der Region führen etwa 45 Prozent der Unternehmen Frauen, während es in Purkersdorf sogar knapp über 48 Prozent sind (Stand 2025). „Wenn fast jedes zweite Unternehmen von einer Frau geführt wird, dann reden wir nicht über eine Nische, sondern über einen wesentlichen Teil unserer Wirtschaftskraft“, betont Astrid Wessely, Obfrau von Frau in der Wirtschaft. Dies verdeutlicht die Bedeutung der Themen Kinderbetreuung und flexible Arbeitsmodelle, die als entscheidende Standortfaktoren betrachtet werden.

Anja Rechberger, Obfrau des Wirtschaftsbundes Purkersdorf, erklärt: „Kinderbetreuung, Care-Arbeit und flexible Arbeitsmodelle werden oft als ‚Frauenthemen‘ diskutiert. In Wahrheit sind sie Standortfragen. Sie entscheiden darüber, ob gegründet wird, ob Betriebe wachsen können und ob Führung übernommen werden kann. Gerade das Angebot der Kinderbetreuung ist entscheidend dafür, wie wirtschaftlich stark unsere Region sein kann.“

Die Veranstaltung endete im Stadtmuseum, wobei Christian Matzka, der das Museum für die Gruppe öffnete, einen historischen Abschluss der Veranstaltung bot. Er hatte auch im Vorfeld die Organisatorinnen fachlich unterstützt.

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