In Österreich erlebt jeder Fünfte Zahlungsbetrug, Umfrage deckt Probleme auf

August 21, 2026 06:53
In Österreich erlebt jeder Fünfte Zahlungsbetrug, Umfrage deckt Probleme auf

Zahlungsbetrug in Österreich: Hohe Dunkelziffer bei Anzeigen

Österreichs Bevölkerung zeigt sich zurückhaltend bei der Anzeige von Zahlungsbetrug. Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Marketagent, durchgeführt im Auftrag von Visa, stellt fest, dass nur 40 Prozent der Befragten den Betrug tatsächlich bei der Polizei anzeigen, obwohl 92 Prozent angeben, dies zu tun.

Männer sind dabei aktiver; 45 Prozent von ihnen haben Anzeige erstattet, während der Anteil bei Frauen nur 33 Prozent beträgt. Insgesamt sind 21 Prozent der Befragten schon einmal Opfer von Zahlungsbetrug geworden, wobei 16 Prozent dabei mehr als 1.000 Euro verloren haben.

77 Prozent der Befragten gaben an, in den letzten zwölf Monaten vermehrt mit Betrugsversuchen konfrontiert worden zu sein. Unter den über 70-Jährigen haben sogar 93 Prozent entsprechende Erfahrungen gemacht.

Phishing und gefälschte Angebote verbreitet

Die häufigste Betrugsmasche ist Phishing, von dem 52 Prozent der Befragten betroffen waren. In Bezug auf Anbieter gaben 48 Prozent an, Nachrichten von vermeintlichen Banken oder Zahlungsdienstleistern erhalten zu haben. Auch der Enkeltrick sowie Fake-Shops sind gängige Formen des Betrugs, mit denen 37 Prozent bzw. 30 Prozent der Teilnehmer in Kontakt kamen.

Finanz- und Kryptowährungsbetrug nehmen ebenfalls zu. 23 Prozent der Befragten gaben an, auf falsche Investmentangebote gestoßen zu sein. Männer sind mit 29 Prozent stärker betroffen als Frauen mit 17 Prozent. Bei den 14- bis 19-Jährigen berichten 22 Prozent von Betrügereien auf Online-Marktplätzen, oft durch gefälschte Zahlungslinks oder nicht gelieferte Waren.

Reaktion der Betroffenen bleibt gering

Trotz der hohen Anzahl an Betrugsversuchen handeln die Betroffenen oft nicht. Nur 35 Prozent informierten andere Personen, 27 Prozent änderten Passwörter oder Zugangsdaten. Lediglich 18 Prozent der Befragten informierten ihre Bank oder Zahlungsdienstleister über den Vorfall. Visa empfiehlt, bei Betrugsfällen umgehend die Bank zu kontaktieren und Zugangsdaten zu ändern, um mögliche Schäden zu begrenzen.

Einordnung

Die niedrige Anzeigequote und die steigende Zahl von Betrugsfällen verdeutlichen ein problematisches Bewusstsein für Zahlungsbetrug in Österreich. Das Risiko eines finanziellen Verlusts wird hinuntergespielt, was die Aufklärung und Sensibilisierung für diese Problematik umso wichtiger macht.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

SPÖ verliert drastisch an Unterstützung in aktuellen Wählerumfragen
Vorheriger artikel

SPÖ verliert drastisch an Unterstützung in aktuellen Wählerumfragen

Dutzende Verletzte bei Explosion in Schule in Kabul
Nächster artikel

Dutzende Verletzte bei Explosion in Schule in Kabul

Nicht verpassen