Erste Abrissarbeiten am Biedermeierhaus in Landstraße starten fristgerecht

August 23, 2026 15:12
Erste Abrissarbeiten am Biedermeierhaus in Landstraße starten fristgerecht

Abriss des Biedermeierhauses in der Ungargasse begonnen

In Wien- Landstraße wurde am 23. März 2026 mit dem Abriss eines Biedermeierhauses in der Ungargasse 25 begonnen. Offiziell wurden dabei lediglich zwei Trennwände abgerissen, während der Bauträger, die „L40 GmbH & CO KG“, auf einen zeitlichen Druck hinweist, da der Fokus auf dem Umbau eines ehemaligen Hotels liegt.

Der Streit um das 200 Jahre alte Gebäude begann 2014, als der Bauträger den Abbruch des Hauses bei der MA 37, der zuständigen Baupolizei, beantragte. Dieser Antrag wurde 2015 abgelehnt, da das Gebäude als nicht abrissreif eingestuft wurde. Das Verwaltungsgericht (VGW) wies die Ablehnung jedoch zurück und genehmigte den Abriss, woraufhin die Baupolizei in Revision ging. Der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) bestätigte schließlich im März 2022 die Genehmigung des Abrisses.

Rechtslage und Gutachten

Die Genehmigung für den Abriss konnte aufgrund einer damals geltenden Passage in Paragraf 60 der Wiener Bauordnung erteilt werden, die den Abbruch von Gebäuden in Schutzzonen erlaubte, wenn kein öffentliches Interesse an deren Erhaltung bestand. Ein umstrittenes Privatgutachten, das die negative Wahrnehmung des Gebäudes bestätigte, spielte eine zentrale Rolle. Das städtische Gutachten war als „nicht schlüssig und nachvollziehbar“ kritisiert worden.

Aktueller Stand der Arbeiten

Die „L40 GmbH & CO KG“ hatte bis zum 29. März 2026 Zeit, mit dem Abbruch zu beginnen, weshalb der Abriss der Scheidewände am 23. März stattfand. Nach diesen ersten Arbeiten wurde der Abriss von der Baupolizei gestoppt, da das Gebäude noch nicht vollständig geräumt ist. Alexander Proschofsky, Geschäftsführer der Cube Invest GmbH, die im Besitz der „L40 GmbH & CO KG“ ist, betont, dass alle Vorschriften eingehalten wurden.

Umbau des ehemaligen Hotels „Roter Hahn“

Die zukünftigen Pläne für das Biedermeierhaus sind unklar. Proschofsky plant, sich auf den Umbau des ehemaligen Hotels „Roter Hahn“ zu konzentrieren, das sich ebenfalls in der gleichen Liegenschaft befindet. Die Arbeiten an diesem 1801 errichteten Gebäude verliefen bereits seit 2022, mit einer Fertigstellung für das erste Halbjahr 2027. Der Abriss wurde nur für ein Nebengebäude im Innenhof genehmigt.

Einordnung

Der Abriss des Biedermeierhauses nach jahrelangem Rechtsstreit ändert die städtebauliche Landschaft in der Ungargasse. Die Entscheidung, die auf einer alten Bauordnung basiert, verdeutlicht mögliche Veränderungen im Umgang mit denkmalgeschützten Gebäuden in Wien. Die Entwicklung des angrenzenden Hotels bringt zusätzliche Dynamik in die Region.

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