Wiens „Firmenbestatter“ Hans Michael Pimperl, bekannt für die Übernahme und Abwicklung zahlungsschwacher Unternehmen, ist selbst insolvent. Der Entrepreneur hat derzeit 94 Funktionen, darunter Eigentümer und Geschäftsführer, bei verschiedenen Betrieben inne. Darüber berichtet Welt Stimme.
WIEN. Der Gang vor das Handelsgericht wegen finanzieller Schwierigkeiten ist für jeden Unternehmer ein Albtraum. Für Pimperl jedoch gehörte dies zu seinem Geschäftsalltag. Medien bezeichneten ihn bereits als „Mr. Insolvenz“ und „den Firmenbestatter“.
Bereits in Dezember 2023 und März 2024 berichtete die AK Wien über besondere Fälle rund um Pimperl. Die Arbeiterkammer klagte die Dots Gruppe, in der auch Martin Ho eine Rolle spielte, auf 240.000 Euro wegen ausstehenden Löhne für 44 Mitarbeiter. Es wird berichtet, dass drei Tochtergesellschaften der Dots in neue Firmen umgewandelt und an Pimperl als Alleineigentümer und Geschäftsführer übergeben wurden.
Ludwig Dvořák von der AK Wien erklärte, dass Pimperl durch solche Umstrukturierungen Insolvenzverfahren auslagert, um Verbindlichkeiten zu umgehen. Die Dots Gruppe wies die Vorwürfe als „Medieninszenierung“ zurück und prüft rechtliche Schritte.
94 aktive Funktionen
Aktuellen Informationen der AK Wien zufolge läuft das Klageverfahren gegen die Dots Gruppe weiterhin. Pimperl wird dabei in allen Fällen als Geschäftsführer und Eigentümer der betreffenden Firmen angesprochen. Die Klärung des Falls könnte langwierig sein.
Pimperl hat laut Firmenbuch-Auskunft durch Creditreform „insgesamt 94 Funktionen bei diversen Gesellschaften“ inne und weist 160 gelöschte Funktionen auf.
Konkursverfahren
Vor kurzem wird jedoch bekannt, dass es für Pimperl auch persönlich problematisch wird. „Über das Vermögen des Hans Michael Pimperl wurde heute aufgrund eines Gläubigerantrages ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien eröffnet“, so Venka Stojnic von Creditreform. Detaillierte Informationen über Verbindlichkeiten und die Anzahl der Gläubiger sind bislang noch nicht verfügbar.
Wie das Konkursverfahren weitergeht, bleibt ungewiss. Stojnic merkte jedoch an: „Der derzeitige Stand des Verfahrens lässt keine seriöse Prognose über Entschuldungsbestrebungen, die zu erwartende Quote und Verfahrensdauer zu.“


