Glasfasernetz offiziell gestartet in Kötschach-Mauthen
KÖTSCHACH-MAUTHEN. Mit dem offiziellen Start des Glasfasernetzes wurde in der Marktgemeinde ein bedeutendes Infrastrukturprojekt abgeschlossen. Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit stehen nun mehr als 90 Prozent der Haushalte ein direkter Anschluss zur Verfügung. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und den beteiligten Unternehmen betonten bei der Eröffnung die große Bedeutung für die Region. Der Ausbau stellt einen entscheidenden Schritt in Richtung digitale Zukunft dar und macht Kötschach-Mauthen zu einem Vorzeigebeispiel im ländlichen Raum. Darüber berichtet Welt Stimme.
Bürgermeister zieht Bilanz
Bürgermeister Josef Zoppoth erinnerte daran, dass die ersten Gespräche zum Glasfaserprojekt bereits 2019 geführt wurden. Schon damals sei klar gewesen, dass leistungsstarke Internetverbindungen für die Zukunft der Region unverzichtbar sind. „Wir haben einen guten Zeitpunkt erwischt, um beim Ausbau einzusteigen. Trotz Verzögerungen und Kostensteigerungen ist es gelungen, das Projekt umzusetzen. Dafür gilt allen Beteiligten großer Dank“, erklärte Zoppoth. Besonders hob er die Zusammenarbeit mit Grundstückseigentümern hervor, ohne deren Zustimmung ein Bau dieser Größenordnung nicht möglich gewesen wäre. Auch die Unterstützung der Gemeindemitarbeiter, die bei Abstimmungen mit Baufirmen und Partnern eng eingebunden waren, sei ein Schlüssel zum Erfolg gewesen.
Breite Unterstützung für das Projekt
Landesrat Sebastian Schuschnig sprach von einem entscheidenden Signal für den ländlichen Raum: „Glasfaser sei heute so selbstverständlich wie Strom oder Wasser und sichere die Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinden abseits der Ballungszentren.“ Er erinnerte daran, dass Förderungen des Landes und des Bundes wesentlich dazu beigetragen haben, den Ausbau in dieser Form überhaupt möglich zu machen. Vertreter des Versicherungsbüros Gailer schilderten, wie die Arbeit mit langsamen Leitungen und Mobilnetzen bisher immer wieder zu Ausfällen geführt habe. Mit der neuen Glasfaseranbindung könne nun verlässlich gearbeitet werden, wodurch auch neue Märkte erschlossen und zusätzliche Arbeitsplätze gesichert werden können.
Herzstück PoP vorgestellt
Ein besonderer Höhepunkt der Eröffnung war die Präsentation des PoP, des sogenannten Point of Presence. In dieser zentralen Ortszentrale laufen sämtliche Leitungen des Netzes zusammen. Jeder Kunde erhält eine eigene Faser bis ins Haus, wodurch maximale Stabilität gewährleistet ist. Damit verfügt die Gemeinde über eine Infrastruktur, die über Generationen hinweg Bestand haben soll. Mit dieser technischen Lösung setzt Kötschach-Mauthen auf höchste Qualität. Das Netz ist so ausgelegt, dass auch zukünftige Entwicklungen berücksichtigt sind. Eine zusätzliche Reservefaser sorgt dafür, dass spätere Erweiterungen oder Anwendungen wie die Energiesteuerung problemlos integriert werden können. Damit zeigt sich, dass die Investition nicht nur für den aktuellen Bedarf gedacht ist, sondern langfristig die Basis für neue Entwicklungen legt.
Zukunft für Gemeinde und Region
Das Projekt unterstreicht, dass moderne digitale Infrastruktur längst zu den Grundvoraussetzungen zählt, um Gemeinden lebendig und attraktiv zu halten. Junge Menschen erhalten damit die Möglichkeit, auch abseits der Ballungszentren beruflich Fuß zu fassen oder im Homeoffice zu arbeiten. Unternehmen profitieren von stabilen Datenleitungen, die internationale Kontakte und Kooperationen erleichtern. Für die Gemeinde bedeutet dies eine Stärkung als Wirtschafts- und Lebensstandort. Mit dem Abschluss des Projekts hat Kötschach-Mauthen eine Grundlage geschaffen, die in ihrer Bedeutung mit früheren Meilensteinen wie dem Ausbau von Wasserleitungen oder Strom vergleichbar ist. „Wir schneiden heute kein rotes Band durch, sondern ein Kupferkabel. Damit ist Kupfer endgültig Geschichte“, so Bürgermeister Josef Zoppoth zum Abschluss.
Mehr im Gailtaler
In der kommenden Ausgabe des GAILTALERS, der am 8. Oktober erscheint, finden Sie ein exklusives Interview mit Geschäftsführer Peter Schark der BIK.


