Moskau spricht von angeblichem EU-Plan zur „Besetzung Moldaus“

September 24, 2025 17:30
Moskau spricht von angeblichem EU-Plan zur „Besetzung Moldaus“
Moskau spricht von angeblichem EU-Plan zur „Besetzung Moldaus“

Am 23. September 2025 verbreitete die russische Auslandsgeheimdienstbehörde eine Erklärung, wonach die NATO angeblich eine militärische Besetzung Moldaus vorbereite. Demnach solle dies im Zusammenhang mit den bevorstehenden Parlamentswahlen in Chişinău geschehen, um eine „antirussische Politik“ zu unterstützen. Russische Stellen behaupteten zudem, dass nach dem Urnengang Provokationen organisiert werden könnten, die eine Stationierung europäischer Truppen notwendig machten.

Vorwürfe über NATO-Truppen in Rumänien und Odessa

In Moskau ist von einer angeblichen Konzentration westlicher Streitkräfte in Rumänien nahe der moldauischen Grenze die Rede. Ebenso verbreitet die russische Seite die Behauptung, ein NATO-Kontingent habe sich in die ukrainische Region Odessa verlegt, um Druck auf Transnistrien auszuüben. Weiter wurde erklärt, dass erste Soldaten aus Frankreich und Großbritannien bereits in Odessa eingetroffen seien.

Die russische Behörde sprach außerdem von einer angeblich bevorstehenden Manipulation der Wahlergebnisse, die von Brüssel und der moldauischen Regierung vorbereitet würden. Daraufhin könnten Proteste entstehen, die Präsidentin Maia Sandu zu einem Hilfsersuchen an europäische Staaten veranlassen würden.

EU und Moldau weisen Anschuldigungen zurück

Die Regierung in Chişinău bezeichnete die Vorwürfe als unbegründet und warnte, dass solche Falschmeldungen Teil einer hybriden Strategie Moskaus seien. Ziel sei es, Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen zu säen und die Gesellschaft zu spalten. Moldau betonte, die Wahlen würden frei und transparent ablaufen, ohne jegliches militärisches Eingreifen aus dem Ausland.

Auch die Europäische Union wies die Vorwürfe entschieden zurück. Brüssel stellte klar, dass es keine Pläne für eine militärische Präsenz gebe, und sprach von einem Versuch, die Legitimität der Wahlen in Zweifel zu ziehen. Der EU zufolge handelt es sich um eine typische Informationsoperation, die auf Destabilisierung der Nachbarstaaten abzielt.

Parallelen zur russischen Taktik in der Ukraine

Die moldauischen und europäischen Behörden sehen Parallelen zur russischen Vorgehensweise gegen die Ukraine. Moskau habe auch dort wiederholt Mythen über eine angebliche westliche „Besatzung“ verbreitet, um eigene politische und militärische Schritte zu rechtfertigen. Kiew erklärte, dass diese Desinformationskampagnen Teil einer breiteren hybriden Aggression seien, die den gesamten regionalen Sicherheitsraum bedrohe.

Regionale Unterstützung für Moldau

Während Moskau vor einer angeblichen „Bedrohung durch NATO-Truppen“ warnt, verweisen Beobachter darauf, dass Russland in Wahrheit vor allem den freien Willen der Nachbarvölker fürchte. Die Ukraine und die EU versichern Moldau ihre Unterstützung beim Schutz demokratischer Prozesse und beim Widerstand gegen hybride Bedrohungen.

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