Lenzing AG nutzt Attersee-Wasser zur Temperatursenkung der Ager im Sommer

März 3, 2026 23:39
Lenzing AG nutzt Attersee-Wasser zur Temperatursenkung der Ager im Sommer

Die Lenzing AG reagiert auf die steigenden Wassertemperaturen in der Ager, die durch den Klimawandel bedingt sind, und plant, Kühlwasser aus dem Attersee zu nutzen.

LENZING. Um die Auswirkungen auf die Ökologie des Flusses zu verringern, benötigt die Lenzing AG für ihren Standort in Lenzing Kühlwasser. Dieses wird in Zusammenarbeit mit dem Wasserreinhaltungsverband Lenzing-Lenzing AG gereinigt und, soweit technisch machbar, abgekühlt, bevor es in die Ager zurückgeführt wird. Im Sommer leidet die Gewässerqualität jedoch unter den hohen Temperaturen, die durch den Klimawandel bedingt sind, was vor allem bestimmte Fischarten gefährdet. Darüber berichtet Welt Stimme.

Kühles Wasser aus 45 Metern Tiefe

Um dem entgegenzuwirken, plant der Wasserreinhaltungsverband, an wenigen Tagen im Jahr Wasser aus einer Tiefe von rund 45 Metern vor dem Klauswehr in die Ager zu pumpen, um die Temperatur unter 24 Grad zu halten.

„Die Klimaerwärmung hat negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie in dieser Region. Durch dieses Vorhaben wird die Gewässerökologie auch in Zeiten des Klimawandels geschützt und der Wirtschaftsstandort für die Zukunft abgesichert“, erklärte Christian Skilich, Mitglied des Vorstandes der Lenzing AG, zur Motivation hinter diesem Vorhaben.

„Dieses Vorhaben wird einen positiven Effekt auf die Fischfauna und damit auf die Ökologie der Ager haben“, freut sich Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder. „Das Projekt kann somit einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Gewässerökologie leisten, liegt im öffentlichen Interesse und stärkt zugleich den Wirtschaftsstandort sowie die Sicherung von Arbeitsplätzen.“

Zur Sache

Eine aktuelle Studie des Landes OÖ hat die Wassertemperaturen in Flüssen von 1984 bis 2023 untersucht. Für die Ager wurde ein Anstieg von 1,49 Grad bei der Messstelle Raudaschlsäge, 1,16 Grad in der Dürnau und 0,91 Grad in Schalchham festgestellt. Besonders stark hat sich die Seeache am Mondsee erwärmt, mit einem Plus von 2,31 Grad. Im Gegensatz dazu weist die Vöckla in Timelkam einen Temperaturrückgang von 1,78 Grad auf, da dort seit 2008 keine Wärme aus dem Kohlekraftwerk mehr eingeleitet wird.

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