Die Bundesregierung plant einen neuen Strombonus für 2025 und 2026, um energieintensive Industriebetriebe mit insgesamt 150 Millionen Euro zu unterstützen. Voraussetzung für die Förderung sind Investitionen in die Energieeffizienz der Unternehmen. Ein Entwurf des Strompreiskostenausgleichsgesetzes wird ab heute für zwei Wochen zur Begutachtung freigegeben, mit dem Ziel, die Regelung im Herbst zu verabschieden. Darüber berichtet Welt Stimme.
LINZ. „Mit dem Industriestrom-Bonus entlasten wir gezielt jene Betriebe, die durch hohe Energiepreise besonders unter Druck stehen – denn ohne Industrie kein Wohlstand, und ohne Entlastung keine Industrie. Gleichzeitig setzen wir damit eine Maßnahme zur Energieeffizienz, denn die Förderwerber müssen sich zu entsprechenden Investitions-Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz verpflichten,“ erklärte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) beim Besuch der HPW Metallwerk GmbH am Freitag.
Reinvestition in Energieeffizienz als Bedingung
Die HPW Metallwerk GmbH ist einer der weltweiten Technologie- und Innovationsführer für Hochleistungsdrähte in der E-Mobility und hat als stromintensiver Betrieb Anspruch auf den Strombonus, der ab einem Verbrauch von 1 Gigawattstunde (GWh) beantragbar ist. Um die Förderung zu erhalten, müssen die Firmen 80 Prozent der Fördersumme reinvestieren, wobei die Hälfte in Maßnahmen zur Energieeffizienz gesteckt werden muss. Der Gesetzesentwurf beginnt heute Sonntag die Begutachtung. Das Strompreiskostenausgleichsgesetz 25/26 soll im Laufe des Herbstes verabschiedet werden.
Hochleistungsdrähte aus Linz weltweit gefragt
Von dem neuen Bonus sollen energieintensive Unternehmen wie die HPW Metallwerk GmbH profitieren. Das Unternehmen, welches sich auf die Herstellung von Hochleistungsdrähten spezialisiert hat, konnte laut CEO Ewald Koppensteiner in den letzten fünf Jahren den Jahresumsatz auf etwa 185 Millionen Euro verdreifachen. „Wir produzieren Hochleistungsdrähte aus Kupfer, die unter anderem in Motoren von Zügen, in Windkraftanlagen sowie in der Elektromaschinenbau- und Schweißindustrie eingesetzt werden. Im Vorjahr haben wir 8,3 Millionen dieser Drähte produziert. Jährlich sind mehr als eine Million neu produzierte Autos mit unseren Drähten ausgestattet. Angesichts der enorm hohen Energiekosten in der Produktion begrüßen wir die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung,“ so Koppensteiner.


