Pressegespräch und Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer Kitzbühel: Gedämpft optimistischer Ausblick und neue Kampagnen gestartet.
KITZBÜHEL, BEZIRK. Am 8. Januar fand das erste Neujahrs-Pressegespräch und der Neujahrsempfang des neuen Obmanns der Kitzbüheler Wirtschaftskammer-Bezirksstelle statt, geleitet von Neo-Obmann Huber und der Präsidentin der WK Tirol, Barbara Thaler. Darüber berichtet Welt Stimme.
„Ich bin als WK-Obmann sozusagen ins kalte Wasser gehüpft. Insgesamt war es für alle kein leichtes Jahr, ich bin aber guter Dinge, den Karren wieder in Fahrt zu bringen, vor allem Dank der vielen engagierten Unternehmer,“
erklärte Huber zu Beginn. Unter dem Motto „Wertschöpfung verdient Wertschätzung“ werden Huber und Thaler eine umfassende Medienkampagne mit dem Titel „Zusammen: mehr“ lancieren, die in Zusammenarbeit mit zwei heimischen Agenturen entwickelt wurde.
„Die Leistungen der Unternehmen verdienen wieder mehr Wertschätzung; sie investieren 5 Milliarden € pro Jahr, bilden 10.000 Lehrlinge aus und zahlen 21 Milliarden € an Löhnen aus,“
fügte Thaler hinzu. Sie sprach auch über die kürzlichen Turbulenzen innerhalb der Kammer:
„Es war ein ruppiger November. Wir werden alles hinterfragen, sollten aber auch unsere Leistungen hervorheben. Zuvorderst muss jedenfalls die Serviceleistung für unsere Mitglieder stehen.“
Thaler erläuterte die aktuelle Stimmung unter den Unternehmern und erklärte, dass die Lage besser werde und sich die Zahlen stabilisieren. In Tirol sei in diesem Jahr ein Wachstum von 1,5 % erreichbar; man blicke vorsichtig optimistisch voraus, es gebe jedoch noch keine Entwarnung. Die Branchen entwickeln sich unterschiedlich. Der Tourismus laufe gut und sei eine wirtschaftliche Stütze, während Industrie und Gewerbe, insbesondere der Bau, Sorgenkinder bleiben.
Sie betonte, dass der Standort im Vergleich zu Mitbewerbern, insbesondere Deutschland, zu teuer geworden sei. Es gelte, die Wettbewerbsfähigkeit zurückzuerlangen, die Lohnkosten und die hohe Abgabenquote von 43,3 % zu senken sowie Bürokratie abzubauen.
Drei Bezirks-Schwerpunkte
Huber fokussiert sich für die Wirtschaft im Bezirk auf drei Schwerpunkte. Im Bereich Infrastruktur/Straßenbau müsse man Arbeiten in die Nacht verlegen, um den Verkehrsfluss tagsüber nicht zusätzlich zu behindern. Hier sei bereits Überzeugungsarbeit bei dem Baubezirksamt geleistet worden. Im Bereich „Lehrlinge“ werde man sich angesichts sinkender Lehrlingszahlen stärker auf erfolgreiche Formate konzentrieren und diese intensiver begleiten.
„Weniger Gießkanne ist angesagt; da wo der Output stimmt, intensivieren wir unsere Unterstützung.“
Bezüglich der „Freizeitwohnsitze“ wolle man Überzeugungsarbeit leisten, um die wirtschaftliche Bedeutung für die Region zu verdeutlichen. Dazu wurden zwei Agenturen für eine Kampagne engagiert.
„Wir müssen hier Emotionen rausnehmen und Fakten kommunizieren. Laut Studie liegt die nachhaltige Wertschöpfung in der Region bei 192 Mio. € jährlich, das sind fast eine Milliarde € in fünf Jahren; daran hängen zudem 1.780 Arbeitsplätze, und dabei ist die Immobilienwirtschaft gar nicht eingerechnet,”
so Huber. Er betonte, dass man keineswegs „Illegales reinwaschen“ wolle, sondern sachliche Diskussionen führen und alle Aspekte abwägen solle. Es gelte, auf die Landesregierung einzuwirken, um legislative Änderungen zu erreichen.
Beim Neujahrsempfang wurden auch verdiente Persönlichkeiten geehrt – ein Bericht wird folgen!


