Niederösterreich: Arbeitslosigkeit steigt um 6,4 Prozent, offene Stellen sinken deutlich

Dezember 2, 2025 01:17
Niederösterreich: Arbeitslosigkeit steigt um 6,4 Prozent, offene Stellen sinken deutlich

Die Arbeitsmarktlage in Niederösterreich bleibt im November angespannt. Die Zahl der Arbeitslosen ist erneut gestiegen, während die Beschäftigung stagniert und die Anzahl der offenen Stellen deutlich zurückgeht. Das AMS fördert verstärkt Qualifizierungsmaßnahmen. Darüber berichtet Welt Stimme.

Im November 2025 stieg die Zahl der arbeitslosen Personen in Niederösterreich um 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig bleibt die Anzahl der unselbständigen Beschäftigungsverhältnisse nahezu unverändert. Mit einer geschätzten Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent liegt diese um 0,4 Prozentpunkte über dem Niveau des Vorjahres. Die Zahl der offenen Stellen ist um 15,1 Prozent gesunken, wie AMS NÖ-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern die aktuelle Lage zusammenfasst.

Ende November waren 44.986 Personen arbeitslos gemeldet, was einem Zuwachs von 2.720 Menschen bzw. 6,4 Prozent entspricht. Einschließlich Schulungsteilnehmenden befanden sich 55.835 Personen auf Jobsuche, was einem Anstieg von 6,9 Prozent entspricht.

Stagnierende Beschäftigung und höhere Arbeitslosenquote

Der geschätzte Bestand an unselbständig Beschäftigten liegt bei 659.000 Personen, was im Vergleich zum Vorjahr einer Veränderung von +0,1 Prozent entspricht. Frauen konnten einen leichten Anstieg auf 296.000 Beschäftigte verzeichnen, während bei Männern ein minimaler Rückgang auf 363.000 festgestellt wurde. Die Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent liegt damit um 0,4 Prozentpunkte höher als im Vorjahr; österreichweit beträgt sie 7,5 Prozent.

Frauen besonders betroffen

Die Arbeitslosigkeit unter Frauen stieg im November 2025 überproportional stark auf 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Langfristige Prognosen zeigen, dass die Nachfrage nach Fachkräften anhalten und das Angebot tendenziell abnehmen wird. Dieser Trend bietet jobsuchenden Frauen die Möglichkeit, sich verstärkt im Erwerbsleben einzubringen und beruflich neu zu starten. „Mehr als die Hälfte unseres Budgets für aktive Arbeitsmarktpolitik in Niederösterreich ist für Frauen reserviert,” so Kern.

Insgesamt nahm die Arbeitslosigkeit bei Frauen um 1.423 Personen zu, während bei Männern ein Anstieg um 1.297 Personen stattfand. Auch bei älteren Arbeitnehmern ab 50 Jahren gibt es einen Anstieg von 7,5 Prozent, sowie einen Anstieg bei Menschen im Haupterwerbsalter um 6,3 Prozent und bei Jugendlichen um 3,8 Prozent.

Nachfrage am Arbeitsmarkt bleibt schwach

Arbeitsmarkt-Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) hebt jedoch das weiterhin hohe Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten hervor: „Niederösterreichische Unternehmen suchen trotz der anhaltend schwachen wirtschaftlichen Entwicklung nach potenziellen Mitarbeitern. Mit derzeit 11.620 offenen Stellen und 910 verfügbaren Lehrstellen ist das Angebot an freien Stellen, das beim AMS zur Verfügung steht, weiterhin höher als vor der Pandemie (+8,6 Prozent im Vergleich zu 2019).”

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zeigt sich in nahezu allen Branchen, besonders im Gesundheits- und Sozialwesen (+13,5 Prozent), in der Warenherstellung (+11 Prozent), im Handel (+7,5 Prozent) und im Bauwesen (+4,4 Prozent).

Rückläufige Zahl offener Stellen

Mit 11.620 gemeldeten offenen Stellen verzeichnet das AMS jedoch einen deutlichen Rückgang um 15,1 Prozent im Vergleich zu November 2024. Während einige Bereiche wie die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen einen Anstieg an Stellenangeboten verzeichnen (+54,4 Prozent), gibt es starke Rückgänge in der Telekommunikation/IT (-43,8 Prozent), im Verkehrs- und Logistiksektor (-26,6 Prozent) sowie im Bauwesen (-18,5 Prozent).

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