Niederösterreicher fordern: „Rettet die Nahversorger!“ – Regionale Einkaufsmöglichkeiten sind unverzichtbar

September 30, 2025 15:52
Niederösterreicher fordern: "Rettet die Nahversorger!" – Regionale Einkaufsmöglichkeiten sind unverzichtbar

Niederösterreicher:innen bevorzugen regionale Einkäufe und sind bereit, dafür mehr zu zahlen.

Eine Umfrage zeigt, dass die Schließung des letzten Nahversorgers im Ort nicht nur den Verlust einer Einkaufsmöglichkeit bedeutet, sondern auch das Ende eines essentielles Anlaufpunkts für das Gemeindeleben. 95 Prozent der Befragten in Niederösterreich bekräftigten diese Ansicht im Rahmen der Umfrage „So tickt Niederösterreich“. Darüber berichtet Welt Stimme.

Die Mehrheit der Niederösterreicher:innen, 78 Prozent, erledigt ihren täglichen Einkauf im eigenen Ort oder der Nachbargemeinde. Nur 20 Prozent greifen zusätzlich auf den Online-Handel zurück, wobei lediglich ein Prozent digitalen Einkauf als oberste Priorität ansieht. Überraschen dürfte die Tatsache, dass 82 Prozent bereit sind, für regionale Produkte mehr zu bezahlen.

Regionaler „Mehrwert“

Trotz der wachsenden Online-Beschaffung bleibt der persönliche Einkauf für einen Großteil der Bevölkerung zentral. 38 Prozent der Befragten überprüfen eine Kombination aus lokalem und digitalem Einkauf, während 29 Prozent abhängig von dem jeweiligen Produkt entscheiden.

Gemeinsamer Kraftakt

Darüber hinaus sind 92 Prozent der Befragten der Meinung, dass Politik und Gemeinden angehalten sind, den Nahversorger im Ort zu unterstützen. Vorschläge zur Verbesserung beinhalten einen Bürokratieabbau (68 Prozent), günstigere Mietmöglichkeiten für gemeindeeigene Räumlichkeiten (45 Prozent) und Betriebs-Kooperationen (43 Prozent).

Sichere Arbeitsplätze

Ein positives Signal ist, dass die Hälfte der Befragten bereit wäre, einen neuen Nahversorger aktiv zu unterstützen. 98 Prozent sind sich bewusst, dass der Fortbestand des regionalen Einkaufs unabdingbar ist, um lokale Arbeitsplätze zu sichern.

Weitere Ergebnisse im Detail

  • Rolle regionaler Betriebe für den sozialen Zusammenhalt im Ort: 81% stark – 14% gering – 2% keine Rolle – 3% keine Angabe.
  • Was fehlt derzeit in der Gemeinde? 12% Bäckerei – 8% Lebensmittelgeschäft – 21% Gasthaus – 5% Bank – 4% Post – 10% Nahversorger – 3% Apotheke – 8% Handwerksbetrieb/Dienstleister – 25% nichts – 4% keine Angabe.
  • Bereitschaft für regionale Produkte mehr zu zahlen: 22% ja – 60% ja, in Maßen – 17% nein – 1% keine Angabe.
  • Maßnahmen zur Stärkung der Nahversorgung: 68% Bürokratieabbau – 44% Förderungen – 23% bessere Parkmöglichkeiten – 45% günstigere Mietpreise für gemeindeeigene Räume – 28% Aufklärung – 43% Betriebs-Kooperationen – 23% digitale Bestellmöglichkeiten – 4% keine Angabe.
  • Regionaler Einkauf sichert Arbeitsplätze: 88% ja – 10% teilweise – 1% nein – 1% keine Angabe.

Fazit

Die Umfrageergebnisse verdeutlichen die Bedeutung regionaler Einkaufsstätten für die Aufrechterhaltung der Gemeinschaft und der lokalen Wirtschaft. Die Unterstützung durch die Bevölkerung ist hoch, und es liegt nun an den Entscheidungsträgern, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Nahversorgung zu sichern.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Waldviertler fordern Unterstützung für lokale Nahversorger - Umfrage zeigt hohe Wertschätzung für regionale Geschäfte
Vorheriger artikel

Waldviertler fordern Unterstützung für lokale Nahversorger – Umfrage zeigt hohe Wertschätzung für regionale Geschäfte

Schmittenhöhebahn AG erhält Auszeichnung für zehn Jahre EMAS-Zertifizierung in Zell am See
Nächster artikel

Schmittenhöhebahn AG erhält Auszeichnung für zehn Jahre EMAS-Zertifizierung in Zell am See

Nicht verpassen