Oberösterreichs Industrie fordert dringend Maßnahmen zur Stärkung von Gründungs- und Innovationskultur

Dezember 17, 2025 14:40
Oberösterreichs Industrie fordert dringend Maßnahmen zur Stärkung von Gründungs- und Innovationskultur

Die oberösterreichische Industrie steht heute an einem entscheidenden Wendepunkt ihrer wirtschaftlichen Entwicklung. Branchenvertreter fordern mehr Investitionen aus der öffentlichen Hand in die Gründungs- und Innovationskultur.

OÖ. Die Region sieht sich zahlreichen Herausforderungen gegenüber: globale Krisen, Volatilität der Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und tiefgreifende Veränderungen in zentralen Branchen wie der Automobil- und Maschinenbauindustrie. Diese Faktoren stellen die Frage, wie die erreichte Wettbewerbsfähigkeit nicht nur gesichert, sondern auch in den kommenden Jahren ausgebaut werden kann. Aus diesem Grund führte die Sparte Industrie der WKOÖ eine Studie durch, die auf makroökonomischen Trends, vertiefenden Unternehmensinterviews sowie einem gemeinsamen Workshop mit führenden Unternehmen basiert. Darüber berichtet Welt Stimme.

„Damit konnten wir ein Bild zur Wechselwirkung zwischen Forschung, Innovation und wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit zeichnen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen ableiten“,

erklärt Peter Huber, Senior Economist, WIFO.

Digitalisierung, Energie und Export

Chancen zeigen sich in den Bereichen Digitalisierung, erneuerbare Energien und neuen Exportmärkten. Risiken resultieren aus einer hohen Branchenkonzentration, Exportabhängigkeit und einer geringen Gründungsdynamik. Eine Integration neuer Wachstumsfelder ist notwendig, um langfristig höhere Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen.

„Der Wirtschaftsraum muss so aufgestellt sein, dass externe Schocks zwar spürbar bleiben, aber nicht mehr existenzbedrohend wirken“,

äußert Ludovit Garzik, Managing Director von InnovationOrbit. Im Zentrum steht die Energieversorgung: Ein wesentlich größerer Anteil soll künftig regional erzeugt und gespeichert werden, um Abhängigkeiten von internationalen Märkten zu verringern. Auch finanziell benötigt die Region robustere Strukturen.

„Oberösterreich zählt seit Jahren zu den forschungsstärksten Regionen Österreichs, dennoch zeigt sich im Detail ein klares Ungleichgewicht im Innovationssystem“,

führt Martin Bergsmann, Obmann-Stv. der Sparte Industrie der WKOÖ, aus. Obwohl die F&E-Quote hoch ist, stammen die meisten Investitionen aus der Industrie, während Hochschulen und öffentliche Forschungseinrichtungen vergleichsweise geringe Beiträge leisten.

„Oberösterreich muss seine Gründungs- und Innovationskultur stärken, durch neue Finanzierungsinstrumente, mehr Risikobereitschaft und einen stärkeren Fokus auf technologieorientiertes Unternehmertum“,

fordert Bergsmann.

Erhöhte Planungsunsicherheit

„Die Multiplikation externer Schocks hat das Vertrauen in stabile Rahmenbedingungen erschüttert“, so Stephan Kubinger, Technologiesprecher der Sparte Industrie der WKOÖ. Besonders energieintensive Branchen spüren die steigenden Kosten deutlich.

„Wir können technologisch noch so stark sein: Wenn unsere Energiekosten doppelt so hoch sind wie in den USA, haben wir ein strukturelles Problem“,

stellt Kubinger fest. Die Politik ist gefordert, verlässliche und schnellere Rahmenbedingungen zu schaffen. Lange Entscheidungsprozesse, bürokratische Hürden und unklare Zuständigkeiten erhöhen die Planungsunsicherheit.

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