Beim Wirtschaftskammer-Industriegipfel in Innsbruck haben Industrievertreter eine ernüchternde Zwischenbilanz zur Industriestrategie Österreich 2035 gezogen und raschere Fortschritte bei der Umsetzung verlangt. Mit Stand 31. Juli 2026 waren erst 14 von 117 geplanten Maßnahmen umgesetzt.
Die Bundesregierung hatte Anfang dieses Jahres die Stärkung der Industrie erstmals in der Zweiten Republik verbindlich im Regierungsprogramm verankert. Nach Ansicht der Industrie ist nun vor allem bei Energie, Forschung und Fachkräften mehr Tempo nötig.
In Österreich gehen derzeit rund 10.000 Industriearbeitsplätze pro Jahr verloren. Der Tiroler Spartenobmann Karlheinz Wex warnte, verlorene Arbeitsplätze kämen meist nicht wieder und Unternehmen verlagerten ins Ausland, wenn Österreich zu teuer sei.
„Verlorene Arbeitsplätze kommen meist nicht wieder und Firmen verlagern ins Ausland, wenn Österreich zu teuer ist“, sagte Wex. Er ergänzte: „Somit würde eine Win-win-Situation entstehen, die uns allen guttut. Die Industriestrategie ist der richtige Weg – aber das Tempo, mit dem er gegangen wird, muss massiv gesteigert werden“.
Als besonders dringlich sehen die Industrievertreter Fortschritte bei den Energiekosten und eine deutliche Beschleunigung der Genehmigungsverfahren im Energiesektor. Beim Treffen in Innsbruck waren die Industriesparten der Wirtschaftskammern Tirol, Vorarlberg, Oberösterreich, Steiermark, Salzburg und Kärnten vertreten.
Bei der Forschungsförderung solle die geplante Adaptierung der Forschungsprämie aus Sicht der Industrie nicht zu einer weiteren Einschränkung führen; der niederschwellige Zugang müsse erhalten bleiben. Zur Sicherung des Fachkräftebedarfs fordern die Vertreter außerdem eine Stärkung der Lehre, einen Ausbau der HTL-Ausbildung und eine bessere Nutzung der Rot-Weiß-Rot-Karte.


