Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben im September 2025 mit 760 neuen Lehrlingen ein Rekordjahr gestartet, was den Fachkräftemangel unterstreicht. Rund 100 mehr als ursprünglich geplant haben sich für eine Lehre bei den ÖBB entschieden, und ein Viertel der neuen Lehrlinge ist weiblich. Dieses Wachstum wird durch ein spezielles Lehrlingspaket für die Jahre 2025 bis 2027 ermöglicht, das darauf abzielt, zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Darüber berichtet Welt Stimme.
Diese Erhöhung erfolgt vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftebedarfs, der durch den Generationenwandel innerhalb der ÖBB weiter verstärkt wird. Um diesen Herausforderungen nachhaltig zu begegnen, fokussieren sich die Bundesbahnen auf die eigene Ausbildung. In den kommenden drei Jahren sollen jährlich 100 zusätzliche Lehrlinge eingestellt werden, was insgesamt etwa 300 neuen Lehrstellen entspricht. Mobilitätsminister Peter Hanke betont die strategische Bedeutung dieser Initiative: Mit einer Investition von rund fünf Millionen Euro werde sowohl in die zukünftigen Fachkräfte als auch in die Mobilität investiert. Die Schaffung zusätzlicher Lehrstellen sei ein klares Bekenntnis zur Lehre und ein effektives Mittel gegen den Fachkräftemangel in dieser Schlüsselbranche.
Lehre als Erfolgsmodell für den Arbeitsmarkt
Arbeitsministerin Korinna Schumann hebt ebenfalls die Rolle der Lehre als österreichisches Erfolgsmodell hervor. Unternehmen, die Lehrlinge ausbilden, sichern sich die notwendigen Qualifikationen für die Zukunft und eröffnen jungen Menschen stabile und attraktive Berufsperspektiven. Das Lehrlingspaket leiste somit einen wichtigen Beitrag zur Schaffung eines zukunftsfähigen Arbeitsmarktes.
Zusätzliche Mittel für bessere Ausbildungsbedingungen
Die zusätzlichen finanziellen Mittel werden unter anderem in die Verbesserung der Ausbildungsbedingungen, moderne Lern- und Arbeitsmittel, Arbeitskleidung, Schutzausrüstung und in das Lehrlingseinkommen investiert. Zudem werden zusätzliche Ausbilderinnen und Ausbilder finanziert. Ziel ist es, die Qualität der Ausbildung weiter zu erhöhen und mehr jungen Menschen einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen.
Einer der größten Lehrlingsausbilder Österreichs
Aktuell sind konzernweit etwa 2.300 Jugendliche bei den ÖBB in Ausbildung, wodurch die Bundesbahnen zu den größten Lehrlingsausbildern des Landes zählen und insbesondere im technischen Bereich führend sind. ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä hebt hervor, dass den Jugendlichen nicht nur eine hochwertige Ausbildung, sondern auch sichere Arbeitsplätze, faire Bezahlung und langfristige Karrierechancen geboten werden.
Ausbildung sichert Zukunft
Der Fachkräftebedarf bleibt hoch: Pro Jahr suchen die ÖBB rund 4.100 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, vor allem in technischen und eisenbahnspezifischen Berufen. Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Roman Hebenstreit, bringt es auf den Punkt: Fachkräfte entstehen nicht von selbst – sie müssen ausgebildet werden. Wer heute nicht in Lehrlinge investiert, wird morgen ohne qualifiziertes Personal dastehen. Attraktive Zusatzleistungen wie gute Jobchancen nach der Lehre, die Möglichkeit zur „Lehre mit Matura“ sowie Vergünstigungen im Bahnverkehr runden das Ausbildungsangebot ab.


